Bővebb ismertető
S>eitdem im juni 1956 die Dresdner Gemáldegalerie mit ihren berühmten Kunstschátzen ihre Pforten wieder geöffnet hat, ist der Strom der Besucher nicht mehr abgerissen. Aber es ist nicht mehr das Publikum von einst, das sich durch die schönen Ráume des wiederhergestellten Semperbaus bewegt. Heute sind es Menschen mit dem festen, offenen Gesicht, das die Arbeit prágt, Menschen, die früher kaum die Möglichkeit hatten, eine Kunstsammlung zu besuchen, weil ihnen die Anleitung und die Zeit fehlten, sich mit den Gedanken und Leistungen der altén Meister auseinanderzusetzen. Viele von ihnen begegnen zum erstenmal den groBen Namen der Kunstgeschiehte, und Arbeiter, Hausfrauen und Schüler schlieBen Bekanntschaft mit den Werken der Vergangenheit, die gar nicht so unnahbar und fern sind, wie sie glaubten. Sie entdecken, daB der humanistische Gehalt und die ,künstlerische Meisterschaft auch für sie ein stándiger Quell der Freude und der schöpferischen Kraft sein können. So wird nun auch in diesem Bereich das Ziel der fortschrittlichsten Kráfte aller Epochen verwirklicht: die Errungenschaften des menschlichen Geistes zum Gemeingut aller Menschen zu machen. Das Bestreben, einzudringen in die Geheimnisse der Natúr, ihr Wirken und ihre GesetzmáBigkeiten verstehen und sie beherrschen zu lernen, ist so alt wie die Menschheit selber. Generation um Generation hat in der táglichen Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit Erfahrungen gesammelt und hat sie verallgemeinert. Immer wieder trugen neu erworbene Erkenntnisse dazu bei, die Lebensverháltnisse zu verándern, und jedes Geschlecht, das unter den neuen Bedingungen aufwuchs, konnte aus einer höheren Perspektive urteilen und den menschlichen Gesichtskreis weiten. Dort, wo man anfing, die schöpferischen Leistungen der Menschheit zu sammeln, beginnt die Geschichte der Museen und Bibliotheken. Doch sehr viel spáter erst ergaben sich daraus auch bestimmte Forderungen an die Architektur.