Bővebb ismertető
Das Gesicht der StadtStuttgart, das ist eine Stadt im engen Talkesselmit einem verhältnismäßig kleinen Stadtzentrum.Es ist aber auch die Stadt, die seit mehr als einemJahrhundert an den Hügeln emporwächst bis hin andie Waldränder, während noch immer die Weinbergebis in ihr Herz vordringen. Der Fremde, der denHauptbahnhof verläßt und sich umschaut, wird ihrerrasch gewahr werden. Von den Bauten erinnernmanche an die alten Zeiten; anderes, das heutenatürlich stärker ins Auge fällt, ist neu, daruntereinzelnes kühn und großartig über anderes läßt sichstreiten. Das aber ist überall möglich, wo dasvielgestaltige Leben unserer Zeit nach Ausdruckverlangt.Was aber ist nun das Gesicht der Stadt heute? Wenndraußen in der Welt, in Amerika, in Südafrika oderin Ostasien, der Name Stuttgart aufklingt, dann mageiner fragen: Stuttgart ist das nicht die Stadt derDaimler- und Bosch-Werke? Also eine Stadt derIndustrie, der Technik, der Wirtschaft, des Handels?Auch das ist richtig. Das alles sind Züge im Gesichtdieser Stadt. Wollen wir aber das Einzelne zu einemGanzen zusammenschauen, dann möchte ich raten,auf einen der Hügel zu steigen, am besten auf denRotenberg. Unmittelbar unter uns liegt dann dieStadt, von der gesagt wird, ein neuer Geist habe ihrGesicht und auch ihre Seele verändert. Es ist einGeist des äußeren Aufschwungs, ein industrieller,technischer, merkantiler Geist. Die Daimler-Werkemit ihren Montage-Hallen und ihrem mächtigenVerwaltungsgebäude, der sich immer mehrausbreitende Neckarhafen mit seinen Lagerhallenund Silos, mit den hochragenden Kranen und denBürohäusern sprechen für diesen neuen Geist. Dakommen und gehen auf dem Fluß die Schiffe, Frachtenentladend und andere an Bord nehmend. Dasalles ist neu und wirkt zunächst erstaunlich, javerwirrend. Vor Jahren haben noch manche über denHafen lächeln wollen, sie stehen heute beschämtund gebannt von der Emsigkeit und Rastlosigkeit,die hier Tag um Tag das Leben bestimmen. Da sinddie dazu gehörenden Straßen, auf denen pausenlosdie Wagen rollen, kommende und gehende. Man mußdas alles gesehen haben, dann gewinnt das Lebenzusammen mit dem Raum, in dem es sich abspielt,Gestalt, die Stadt empfängt ihr Gesicht.Stuttgart wurde nachgesagt, es sei zwar eine großeStadt, aber keineswegs eine Großstadt; nun istdaraus wohl eine große Stadt mit wichtiger Industrie,aber keineswegs eine Industriestadt geworden.Man darf diesen Unterschied nicht übersehen.Wirtschaft und Handel blühen hier, aber sie haben dieStadt nicht überwältigt. Ein in der Welt bekanntesKammerorchester und eine berühmte Oper sindhier zu Hause. Die Künste sind nicht aus ihr verbannt,im Gegenteil empfangen sie mehr als jemalsfrüher Pflege und Förderung.Fleiß, Tatkraft und Erfindergeist haben das neueGesicht der Stadt und alles, was in ihr an geistigenund materiellen Werten hervorgebracht wird, geformt.