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Eine Nacht in Venedig - mit der Kamera
Im Zuge der Ausbeutung Venedigs durch das Auge hat mich meine Kamera mitgenommen auf eine Reise durch die Nacht.
Die Stadt läßt sich feiern — vielleicht mit einem Gedicht — oder, wie Antonio Vivaldi das gemacht hat - oder, indem man mit einem sogenannten Objektiv zwischen zwei Dämmerungen dm-chtaucht (eine Art Vermählung).
Venedig weckt eine gesteigerte Sensibüität aller Nervenenden. Man merkt sich das an, wenn man mit geschlossenen Augen aber dünnen Sohlen mit der Empfindung der Fußhaut über die rhythmisch abgenutzten Marmorintarsien des Bodens von San Marco schub-bert.
Ich komme auch mal wieder an meinem Ristorante vorüber Ai Padovani. Der Koch, ein Extenor, bläht gekonnt seine Lungenflügel, und seine Backen zittern unter der Kochmütze zu verklärten Puccini-Arien.
Das Gefühl einer gewissen Zeitlosigkeit scheint in Venedig zu Hause zu sein. Waren doch so viele schon vor mir da, um den Nektar der Anregung mit ihrem Sensorium aufzusaugen: Dürer,