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Eine Liebesheirat war es nicht, denn als Ehestifter trat die planerische Willkür der Siegermächte auf. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches, der am 8. Mai 1945 besiegelt wurde, schufen sie vom grünen Tisch aus ein Kunstland namens Trizonesien - das Land der drei westlich-alliierten Zonen auf westdeutschem Boden. Schon bald johlte das Volk aus den Ruinen einen Gassenhauer: »Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien « Besonders laut sangen die Besiegten diese Persiflage auf das künstliche Gebilde zwischen Rhein und Weser. Ihr neues Bundesland mit dem ungewohnten Namen Nord-rhein-Westfalen erschien ihnen so synthetisch wie jenes Trizonesien: Was hatten sie denn schon gemein, die lebenslustigen Rheinländer und die bedächtigen Westfalen, ausgenommen vielleicht ihre Abneigung gegen das protestantisch-puristi-sche Preußen?
Doch die neuen Nordrhein-Westfalen fügten sich. Und in knapp vier Jahrzehnten schafften sie es sogar, aus der von oben verordneten Zwangsehe ein friedliches Zusammenleben zu machen. Längst wird Düsseldorf als Landeshauptstadt akzeptiert; Wahlen beweisen, daß es inzwischen sogar ein echtes Zusammengehörigkeitsgefühl und eine Verbundenheit mit dem Landesvater gibt.
Als nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges die einstige preußische Provinz Westfalen mit den rheinischen Regierungsbezirken Düsseldorf, Köln und Aachen innerhalb der britischen Besatzungszone zusammengelegt wurde, hatte das Land beinahe schon seine endgültige Gestalt. Nur das Land Lippe kam am 21. Januar 1947 noch hinzu. So verlor die Weserstadt Minden, ein Gründungsmitghed der Hanse, den Sitz des Regierungspräsidenten an Detmold. Ob die Lippe-Detmolder indes so
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