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Obwohl die Schlofianlage von Nymphenburg, so wie sie sich heute prasentiert, mehr aus zufalligen Bedürfnissen denn nach einem einheitlichen Baugedanken entstanden ist, nimmt das vor genau 300 Jahren begonnene Schlofi durch seine Ausdehnung und Viel-gestaltigkeit eine einzigartige Stellung ein. Schon 1737 ist der vielgereiste Báron Charles-Louis von Pöllnitz voll des Lobes iiber Nymphenburg, das nicht nur Ziel kurzer Auf-enthalte des bayerischen Hofes sei, vielmehr zöge die gesamte Hofhaltung alljahrlich mit Beginn der schönen Jahreszeit...
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Obwohl die Schlofianlage von Nymphenburg, so wie sie sich heute prasentiert, mehr aus zufalligen Bedürfnissen denn nach einem einheitlichen Baugedanken entstanden ist, nimmt das vor genau 300 Jahren begonnene Schlofi durch seine Ausdehnung und Viel-gestaltigkeit eine einzigartige Stellung ein. Schon 1737 ist der vielgereiste Báron Charles-Louis von Pöllnitz voll des Lobes iiber Nymphenburg, das nicht nur Ziel kurzer Auf-enthalte des bayerischen Hofes sei, vielmehr zöge die gesamte Hofhaltung alljahrlich mit Beginn der schönen Jahreszeit zur Sommer-Campagne" nach Nymphenburg, um erst im spaten Herbst in die Stadtresidenz zurückzukehren. On ne peut rien voir de plus charmant" (Man kann nichts Hübscheres sehen"), heifit es bei Pöllnitz und an anderer Stelle: Nymphenburg sei ein bezaubernder Ort und im Zusammenhang mit dem prachti-gen Garten, den Alleen zu den ausgedehnten Jagdrevieren durchziehen, Lustschlofi und Jagdhaus zugleich.Die bayerische Kurfiirstin Adelaide von Savoyen bekam anláfilich der Geburt des Thron-folgers von ihrem Gemahl Ferdinánd Maria gleichzeitig mit dem altén Schlöfichen Men-zing oder Blutenburg das Landgut Kemnath geschenkt. Im September 1664 in der Wochen von Mariae Geburt", wie es heifit begann die Kurfürstin dort bei der von Neuem erpauten Schwaig" ein Schlofi zu bauen. Im selben Jahr erscheint der Schlofibesitz erstmals unter dem Namen Nymphenburg in den Aktén. Dies ist die Geburtsstunde des heutigen Schlosses Nymphenburg. Wie ihr Brúder im Tal der Stura bei Turin wollte auch Adelaide in waldreicher Umgebung vor den Torén ihrer Residenzstadt München und nicht fern der alteren SchloSanlagen des bayerischen Hofes in Blutenburg, Dachau und SchleiBheim einen fürstlichen Sommersitz gründen. Auf die Gestaltung ihres Schlofibaues nahm die Kurfürstin mafigeblichen Einflufi. Die ersten Pláne, die der angesehene Turiner Hofarchitekt Gráf Amadeus Castellamonte entwarf, fanden nicht ihren Beifall. So wurde A. Barelli der Baumeister der Theatiner-Hofkirche auch für den Nymphenburger Schlofibau herangezogen. In dem Mittelpavillon des heutigen Schlosses hat sich der schlofi-artige, über quadratischem Grundrifi errichtete Sommersitz der Kurfürstin, dem die Frei-treppen in weifiem Tuffstein und rőtem Marmor, den heraldischen Farben ihres Hauses, das besondere Geprage gaben, bis heute erhalten. Es war ein Gartenpalazzo, wie sie da-mals allenthalben in Oberitalien entstanden. Die heute noch bestehende Anordnung je eines Appartements zu Seiten des Saales im piano nobile" geht auf den Wunsch der Kurfürstin zurück. Die Italiener A. Triva und A. Zanchi malten die noch vorhandenen Deckenbilder, die die Wassernymphe Arethusa, die Göttinnen Flóra und Ceres und andere olympische Gottheiten darstellen. Den Geist der Hofhaltung der Bauherrin und des mit Vorzug an ihrem Hof gepflegten Liebhabertheaters spiegelten auch die bei einem Umbau im 18. Jahrhundert entfernten Plafondbilder der beiden Eckkabinette mit Portrats der kurfürstlichen Familie in mythologischer Verkleidung: Adelaide als Göttin Diana mit ihren Kindern und der Kurfürst in Gestalt eines gekrönten Astronomen. Die Dekoration der Wande erfolgte bei dieser ersten Ausstattung des Landschlosses mit den einfachen Mitteln der Architekturbemalung.Dem Sohn und Nachfolger Ferdinánd Marias, Kurfürst Max Emánuel, genügte die land-liche Idylle des Nymphenburger Gartenschlosses nicht. Da er sei es aus Pietat, sei es aus künstlerischen oder praktischen Erwagungen das Schlofi seiner Mutter nicht abrei-fien lassen wollte, benutzte er deren barocken Gartenpalazzo als Ausgangspunkt für die Erweiterung der Anlage, die durch symmetrische beiderseitige Anfügung von Anbauten im Pavillonsystem entstand. Zu diesem Zweck wurde der Mittelbau durch einen repra-sentativen, durch mehrere Geschosse gehenden Saal genutzt und in den durch Galerien verbundenen Pavillonbauten Platz für weitere Wohnfluchten gewonnen. Hier wurde auch

Termékadatok

Cím: Nymphenburg [antikvár]
Szerző: Luisa Hager
Kiadó: Karl Robert Langewiesche Nachfolger Hans Köster
Kötés: Ragasztott papírkötés
ISBN: 3784510507
Méret: 150 mm x 210 mm
Luisa Hager művei
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