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OBERBAYERN
Die Bayern gelten von alters her bei sich und anderswo als besonders fromm. Vielleicht hat deswegen der liebe Gott, als er die Welt erschuf, ihr Land mit besonderer Liebe modelliert. Er gab ihnen hohe Berge im Süden und dazu das liebliche Alpenvorland mit seinen Seen; im Osten errichtete er einen Grenzwall aus Bayerischem Wald, Oberpfälzer Wald und dem Fichtelgebirge. Oberbayern schließt nach Norden hin etwa mit dem Altmühltal und der Donau ab, während es im Westen mit dem Lech und dem Allgäu endet.
Mit Deutschland hat Bayern ja seine gelegentlichen Probleme. Da es älter ist als das Reich - das Wort „bai-risch" zum Beispiel ist mehr als zweihundert Jahre vor dem Wort „deutsch" nachgewiesen -, hat dieser Staat im Süden seine Eigenständigkeit immer gepflegt. Und so lehnte der Landtag in München am 20. Mai 1949 nach einer achtzehnstündigen Debatte das Grundgesetz mit 101 gegen 64 Stimmen ab: Man wollte zwar der zu gründenden Bundesrepublik beitreten, doch in der vorliegenden Form gebe die Verfassung den Ländern zu wenig Spielraum, es sei zu wenig föderalistisch.
Die eigenwillige Stellung Bayerns im Bund ist auch in der Bezeichnung festgeschrieben, mit der sich das Land in Urkunden und auf Grenztafeln vorstellt: „Freistaat Bayern".
Wann erstmals Menschen in Bayern auftauchten, ist nicht bekannt. Sicher waren es aber Jäger, „nicht Sesshafte" der Altsteinzeit, die vielleicht vor zweihunderttausend Jahren, möglicherweise aber auch erst viele zehntausendJahre später durch die Wälder und die Auen schweiften. Eine frühe Spur, die etwa achtzig tausend Jahre zurück reicht, fand sich auf dem Speckberg, einem Geländevorsprung bei Nassenfeis, einem kleinen Ort nordwestlich von Neuburg an der Donau, wo auf kleinem Gebiet an die 30.000 Faustkeile lagen. Die steinzeitlichen Jäger haben hier ganz offensichtlich die Waffen zurecht geklopft, mit denen sie das Wild jagten.
Als imjahre 15 vor Christus Geburt römische Soldaten innerhalb eines einzigen Sommers das keltische