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Ein Frank' bin ich und liebe meine Franken und ehr' und lobe sie".So wie der Humanist Friedrich Taubmann aus Wonsees, der diese Worte an den Bamberger Bischof Johann Philipp von Gebsattel richtete, haben noch viele Dichter das Land im Nordosten Bayerns geliebt und gerühmt: Jean Paul Friedrich Richter etwa, in Wunsiedel geboren und nach langen Wanderjahren wieder in die oberfränkische Heimat zurückgekehrt, oder die romantischen Freunde Tieck und Wackenroder, die im Jahre 1793 eine große Pfingstreise durch das nördliche Franken...
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Ein Frank' bin ich und liebe meine Franken und ehr' und lobe sie".So wie der Humanist Friedrich Taubmann aus Wonsees, der diese Worte an den Bamberger Bischof Johann Philipp von Gebsattel richtete, haben noch viele Dichter das Land im Nordosten Bayerns geliebt und gerühmt: Jean Paul Friedrich Richter etwa, in Wunsiedel geboren und nach langen Wanderjahren wieder in die oberfränkische Heimat zurückgekehrt, oder die romantischen Freunde Tieck und Wackenroder, die im Jahre 1793 eine große Pfingstreise durch das nördliche Franken unternahmen.Oberfranken zeigt weder geographisch noch geschichtlich ein einheitliches Bild. Der 1837 geschaffene Regierungsbezirk umfaßt so verschiedene Landschaften wie das Regnitzland zwischen Forchheim und Bamberg, die Frankenalb mit der Fränkischen Schweiz, das Obermainland mit Bayreuth, Kulmbach und Coburg, Fichtelgebirge und Frankenwald. Zwei Kräfte haben seine Geschichte bis in die Neuzeitbestimmt: die brandenburgische Markgrafschaft Ans-bach-Kulmbach-Bayreuth, die sich der Reformation anschloß und das Bistum Bamberg. Beide haben auch in der Kunst ihre besondere Ausprägung gefunden: die Kirchen von Banz, Vierzehnheiligen, Gößwein-stein und die Schlösser von Pommersfelden und Seehof, vor allem aber die Neue Hofhaltung in Bamberg zeugen von der Prachtliebe und dem Machtbewußtsein der Bamberger Bischöfe. Die Kirchen der ehemaligen Markgrafschaft dagegen entsprechen mit ihrer schlichten Ausstattung, Kanzelaltar und hölzernen Emporen, die im Bayreuther Gebiet oft mit biblischen Szenen von naivem Reiz bemalt sind, der nüchternen protestantischen Wesensart. Wirtschaftlich hat sich die Grenzlage zwischen Thüringen, Sachsen und der Tschechoslowakei für Oberfranken ungünstig ausgewirkt. Trotzdem konnte seine Industrie, besonders in Textilien und Porzellan, eine führende Stellung in Bayern bewahren.Wanderung durch das FichtelgebirgeNur zehn Kilometer nordöstlich von Bayreuth erheben sich die Berge des Fichtelgebirges; der Ochsenkopf mit 1023 m schaut über Königsheide und Oschenberg in die Stadt herein. Gelehrte und Schriftsteller haben das Gebirge in vergangenen Jahrhunderten als anmutiges Paradeis unserer deutschen Mutter Erde, als ein Kunst- und Meisterwerk der Schöpfung, als Schatzkammer edler Metalle, als Fürst deutscher Berge und als das Herz der deutschen Lande, von denen die Quelladern der vier Flüsse Main, Eger, Naab und Saale herabströmen, gepriesen. Durch das enge Waldtal des Weißen Maines gelangen wir über Bad Berneck ins Herz des alten Granitgebirges. Hinter dem Luftkurort Bischofsgrün, am einsamen Forsthaus Karches, wo der junge Weiße Main die Straße quert, stehen wir in der Senke zwischen Ochsenkopf und Schneeberg. Vor uns ein düsteres Moor, die Torf-, See- und Hüttenlohe, zu der auch das Gebiet des Fichtelsees gehört.Hier läßt Goethe nach einem überlieferten Bericht am 29. Juli 1788 in Begleitung seines Freundes Knebel und des jungen Gottlieb Dietrich, dem späteren Gartendirektor in Eisenach, seinen Reisewagen halten. Zwischen Wollgras, Trunkelbeeren und Sumpfkiefern schimmert es rot. Kleine runde, rote Blättchen, mit Silberperlen besetzt, bedecken weithin das Torfmoos. Eine Mücke setzt sich auf eines der Blättchen; sie kommt nicht mehr los. Die Silberperlen, die in der Sonne glitzern, sind klebrige Schleimtröpfchen, die dem Tierchen zum Verhängnis werden. Fangarme umgreifen das Insekt, Verdauungssäfte lösen das Eiweiß in dem kleinen Körper auf. Sonnentau heißt das kleine Pflänzchen, das Goethe mit Forscheraugen genau betrachtete. Der Dichter bestieg an diesem Tage noch den Gipfel des Ochsenkopfes.Wir steigen zum Nußhardtgipfel am Schneeberg empor und treten in die Nußhardtstube ein, die, von

Termékadatok

Cím: Oberfranken [antikvár]
Szerző: Christoph Lüttge
Kiadó: Jan Thorbecke Verlag
Kötés: Félvászon
Méret: 210 mm x 240 mm
Christoph Lüttge művei
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