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VORWORTMilliomén Gáste aus aller Welt strömen alljáhrlich nach Österreich, in die rot-wei(3-rote Republik, deren glückliches Schicksal es ist, davon zu le-ben, dal3 andere sie anschauen, sie bewundern. Österreich ist noch eín Land, in dem man die Natúr nicht im Kino zu bewundern braucht, son-dern zum Greifen nahe hat.Der Österreicher weiB das Juwel, das er besitzt, hoch zu schátzen und er liebt sein Vaterland bís-weilen so innig, daB diese Anhánglichkeit in höchstem MaBe ansteckend ist. Die keineswegs wenigen Deutschen,...
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VORWORTMilliomén Gáste aus aller Welt strömen alljáhrlich nach Österreich, in die rot-wei(3-rote Republik, deren glückliches Schicksal es ist, davon zu le-ben, dal3 andere sie anschauen, sie bewundern. Österreich ist noch eín Land, in dem man die Natúr nicht im Kino zu bewundern braucht, son-dern zum Greifen nahe hat.Der Österreicher weiB das Juwel, das er besitzt, hoch zu schátzen und er liebt sein Vaterland bís-weilen so innig, daB diese Anhánglichkeit in höchstem MaBe ansteckend ist. Die keineswegs wenigen Deutschen, Skandinavier und Amerika-ner, die sich nach einem ersten Kennenlernen für immer in diesem Land niedergelassen habén, sind ein beredtes Beíspíel dafür, daB der Öster-reich-Bazillus zwischen Alpen und Neusiedler See ziemlich hartnáckig sein kann.Wer ist das, dem der geschátzte Gast begegnet, wenn er die Grenzen dieses kleinen mitteleuro-páischen Staates überschritten hat? Sollte ihn der Weg zuerst nach Wien geführt habén, könnte er meinen, er befánde sich noch in der groB-máchtigen Kaisermonarchie, als Tschechen, Slo-waken, Galizier, Ungarn und Slawen von einem einzigen Thron aus, dem der Habsburger, be-herrscht wurden - nicht nur die Namen im amt-lichen Wiener Telefonbuch erinnern an die Viel-völker-Vergangenheit Österreichs.Nicht nur der Wiener, auch der Steírer, speziell der Grazer, ist stolz auf seine kaiserliche Vergan-genheit - das soll aber nicht darüber hinweg-táuschen, daB Graz auch ein Zentrum eíner mu-tigen, zuweilen auch rebellischen Theater-Avant-garde und damit geistige Werkstadt einer welt-stádtischen Gegenwart ist.Der Oberösterreicher wiederum hat mit Sieben-meilenstiefeln das aufgeholt, was man wirtschaft-liche Prosperítat nennt. Er wáre aber kein Österreicher, würde er nicht immer wieder gern mit Stolz groBer Söhne gedenken, die den Ruhm des Bundeslandes weit hinausgetragen habén: Anton Bruckners, des groBen Komponisten und Adalbert Stifters, des subtilen Dichters.Der Österreicher, wird ihm nachgesagt, sei ge-mütlich, leutselig, sangesfreudig. Wer aber jetzt vermuten könnte, der Österreicher würde rund um die Uhr stets jubilieren und frohlocken, hat sich grundlegend geirrt. lm tiefsten Inneren hadért der Österreicher liebend gern mit seinem Schicksal, er kokettiert mit der Melancholie. Wer einmal einen Heurigen" hautnah miterlebt hat, der ist auch dem Weaner Gmüat" begegnet, einer Mixtur aus Seele, Herz und Schmerz, die bei einigen Glásern Wein und den weltanklagenden Klángen der virtuosen Geigenmusikanten, Schrammeln" genannt, in eine Traurigkeit aus-artet, die sich höchstens mit jener Depression messen kann, die einem mítunter an einem Regentag am Pariser Montmartre befállt.Jeder pflegt seine Melancholie auf eine andere Weise: Der Kárntner in seinen schwermütigen Liedern, die so zu Herzen gehen, daB man schon vom Zuhören feuchte Augen bekommt. Der ver-nünftige Vorarlberger stürzt sich in die Arbeit und sobald sich beruflicher Erfolg einstellt, ist seine Depression wie verflogen. Der Tiroler, der mit beiden Beinen fest auf der Erde steht, kommt selten einmal in die Verlegenheit, vom Weltschmerz heimgesucht zu werden. Das liegt aber vielleicht auch an den vielen Kírchen im deswegen Heili-ges Land Tirol" genannten Teil Österreichs, die von vielen Bergeshöhen reichlich Trost spenden. Der Niederösterreicher und der Burgenlánder, das sind die perfekten Gastgeber, die erst gar keine Wehmut aufkommen lassen. Der Niederösterreicher, der Wachau und Weinviertel sein eígen nennt und der Burgenlánder, der inmitten von Strohdáchern, Ziehbrunnen, Störchen und Windmühlen ein idyllísches Stückchen Paradies feilbietet, freuen sich darüber, daB die meisten Gáste, die zu ihnen kommen, aus dem eígenen Land stammen.Nahezu immun gegen Melancholie scheint der Mozartstádter" zu sein. In Salzburg, witzeln die Nicht-Salzburger, würden ab sofort nur noch die Tage im Kalender rot angekreuzt werden, an de-nen keine Festspiele stattfinden und in der Tat scheint Salzburg ein einziges Fest der Musik zu sein - das Jahr beginnt mit der Mozart-Woche, die dem 'Genius loci" gewidmet ist, setzt sich mit den Osterfestspielen, Pfingstfestspielen, Sommer-festspielen fort und klingt mit herbstlichen Kultur-tagen und winterlichem Adventsingen aus.Vielen erscheint österreich als Oase der Glück-seligen, als kleines Paradies auf Érden. Hier scheint noch alles so gesund, so freundlich, so unternehmungslustig. Sogar die österreichische Wirtschaft kann von sich behaupten, daB sich die düstersten Wolken am Wirtschaftshimmel nicht über diesem Land entladen habén und das, obwohl ein Drittel der Bevölkerung von der nicht gerade krisensicheren Industrie lebt - von Textilindustrie, Maschinenbau, Stahlerzeugung, Eisenindustrie und vom Bau elektronischer Ge-ráte, um nur einige Sparten zu nennen. Der Österreicher ist im Grundé mit einem ausgeprág-ten Optimismus ausgestattet, der ihn immer wieder aus dem Gröbsten heraushilft und ihn vor gröBerem Unglück bewahrt.Wie heiBt doch ein Motto, das sich Kártner Tou-rismusmanager ausgedacht habén? Urlaub in Kárnten ist Urlaub bei Freunden". Dieser Will-kommensgruG mag für ganz Österreich gelten, ein Land, in dem die Gastfreundschaft nicht nur der Devisen wegen gepflegt wird.

Termékadatok

Cím: Österreich im Bild [antikvár]
Szerző: Doris Esser Marion Schmid
Kiadó: Helmut Schmid Verlag
Kötés: Fűzött kemény papírkötés
ISBN: 3900284016
Méret: 210 mm x 280 mm
Doris Esser művei
Marion Schmid művei
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Vélemény:
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