Bővebb ismertető
VORWORT FÜR DAS GESAMTWERK »EUROPA IN WORT UND BILD«
Der europäische Mensch hat die Welt erobert, hat andere Erdteile er^ schlössen und kolonisiert, und es gibt fast kein noch so entlegenes und unwirtliches Gebiet vom Äquator bis zu den Polen, das nicht durch ein« gehende Forschungsarbeit und vortreffliche Schilderungen der Kenntnis eines jeden zugänglich geworden wäre. Aber kennt der Europäer sich im eigenen Hause aus? Der Weltkrieg hat vielen erst zum Bewußtsein kommen lassen, daß nächst benachbarte Länder ihrer Kenntnis ferner standen als die entlegenen Zonen, die ihnen die Schilderungen eines Stanley, Frobe^ nius, Nansen, Hedin, Graf Keyserling und so vieler anderer eröffnet hatten. Krieg und Nachkriegszeit haben uns aber auch unter Schmerzen und Ent« täuschungen belehrt, daß die gegenseitige Unkenntnis ein gefährlicher Feind der europäischen Völker und die Nährmutter ihrer Zwistigkeiten ist. Sich endlich einander kennen und verstehen, bei aller Hochachtung des eigenen Wesens auch die Art des anderen würdigen zu lernen — das ist ein ernstes Gebot, das uns die Gegenwart besonders eindringlich zuruft. Darum hat dieses Werk, in dem zum erstenmal nach einheitlichem Plan und in ein« dringender und doch volkstümlicher Weise die Länder Europas — Natur, Volkstum, Geschichte, Kultur, Wirtschaft und Politik — geschildert werden, einen über bloße Unterhaltung und Belehrung hinausgehenden Sinn und Wert, indem es dazu beiträgt, die Völker einander näher zu führen.
Um die angestrebten Zwecke in möglichst vollkommener Weise zu er« reichen, ist Darstellung und Bilderauswahl Angehörigen und Bewohnern des jeweils geschilderten Landes selbst übertragen, werden die einzelnen Sachgebiete durch Fachmänner bearbeitet. Auf solche Weise hoffen wir, daß jeder Band ein wahres, fesselndes und abgerundetes Gemälde des Landes und seiner Eigenart bieten wird und daß das Ganze eine Gesamtübersicht über das Europa der Gegenwart von einzigartiger Treue und Vollständige keit darstellen wird. Die einzelnen Bände werden in zwangloser Reihen« folge erscheinen, als erste Osterreich, Ungarn, Südslawien, Finnland; ihnen hoffen wir noch im Laufe des kommenden Jahres einige weitere Länderbände nachfolgen zu lassen. Auch die Hauptländer der anderen Erdteile werden in gleicher Weise bearbeitet, die Sammlung »Asien in Wort und Bild« dürfte schon in wenigen Monaten mit dem Bande Persien eröffnet werden.
Berlin.Schmargendorf, am 1. Oktober 1924. Dr. HugO Rachel