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Alles Theater Saison in Österreich
Angefangen hat alles mit einer Abneigung. Ich habe Österreich
nicht leiden können.
Da waren, vor Jahren, Tagesausflüge vom Land ins Land, übrigens eine typische Form der touristischen Annäherung an dieses Land. Parkplatzkämpfe bei den barocken Sehenswürdigkeiten, dann ein fremdgesteuertes Laufpensum und das geradezu obszöne Ineinander von Überfüllung und Intimität. Die Bilderbuchkulisse mit massenhaft Statisterie davor. Das Postkartenpensum: Steirische Einmachsuppe, Tiroler Gröstl, Salzburger Nockerln und Wiener Melange im Kaiserkeller. Schließlich eine Gänsehaut im zugigen Hin und Her. Nein, ich habe dieses Österreich nicht leiden können. Bis ich es, später, ganz unverhofft, in einem langen heißen Sommer, Festspielsommer, auf Sommerfrische, auf einmal verstanden habe -verblüfft fast und ein bißchen betreten, weil die Erklärung ja doch so einfach ist.
Ganz Österreich ist eine Bühne.
Und alle, die herkommen, sind Darsteller, ob sie das nun gewußt haben oder nicht. Ändem können sie jedenfalls nichts daran, und jede Gegenwehr wäre Unsinn. Nur Ignoranten stellen sich auf eine Bühne und beschweren sich dann darüber, daß um sie hemm alles Theater ist. Alles, aber auch alles, was hier vorgeht, ist eine mehr oder weniger gelungene Inszenierung. Auch die Wirklichkeit wird täglich neu veranstaltet. Es kann gar nicht anders sein. Wir Österreicher verharren dabei am Rande der Szene, wie der Chor in der antiken Tragödie, um ab und zu in Wehklagen auszubrechen. Aber: „Glücklich ist, wer vergißt", singen Alfred und Rosalinde in der „Fledermaus". Unserer heimlichen Bundeshymne oder jedenfalls dem National-Kunstwerk. So sind wir also: Erstens wird Mozart gespielt, zweitens Strauß, drittens „das große