Bővebb ismertető
Auf halbem Weg zwischen Wien und Budapest, ungefähr 20 km südlich von Győr auf der Straße Győr-Veszprém, liegt die Abtei Pannonhalma. Der Reisende, der von Osten kommt, erblickt schon von weitem auf der Ebene den großen Komplex eindrucksvoller Gebäude auf dem höchsten der drei Hügel, dem „Möns sacer Pannoniae", dem heiligen Berg Pannoniens, der im Westen von einer Reihe niedriger Berge umgeben ist.
Die Geschichte der Abtei Pannonhalma
Kaum ein Jahrhundert, nachdem Europa in abergläubischem Schrecken den Weltuntergang an der Jahrtausendwende erwartet hatte, gerieten die christlichen Staaten des Abendlandes in eine neue Ideenströmung. Abenteuerlustige Ritter, einfache Bürger, Edelleute und Landstreicher, Männer und Frauen nähten sich ein Kreuz auf das Gewand und brachen auf, Jerusalem den Moslems wieder zu entreißen. Schlecht und recht ausgerüstete Scharen begannen - der wunderbaren Hilfe überirdischer Mächte vertrauend - den Zug in das biblische Land. Die Nachricht von der Christianisierung der Ungarn war bis in die westlichen Gebiete Europas gedrungen, und die Kreuzfahrer suchten nun ihr Ziel über Ungarn zu erreichen. Auf mehrere ungeordnete Trupps folgten im Jahre 1096 die disziplinierten Scharen Gottfried von Bouillons und ersuchten an der ungarischen Grenze König Koloman um freien Durchzug. Der König empfing die Gesandten Gottfried von Bouillons - später auch ihn selbst - in Pannonhalma.
Das Erscheinen der französischen Kreuzfahrer auf dem „Möns sacer Pannoniae"-dem heiligen Berg Pannoniens - war kein Zufall. Pannonhalma, das seinen Namen 1823 erhielt, wurde im Mittelalter auch „Möns Sancti Martini" (St.-Mar-tins-Berg) genannt, und die Kreuzfahrer, die auf ihren Fahnen das Bildnis des heiligen Martin von Tours trugen, meinten in dem zu Ehren des heiligen Martin auf dem Berg erbauten Kloster die Geburtsstätte ihres Schutzheiligen zu finden.
Gemäß der Reimchronik Péan Gattineaus, eines Chorherrn von Tours im 13. Jahrhundert, stand an dem Ort, wo einst der römische Legionär aus Sabaria (Szombathely) zu beten pflegte, ein Kloster mit zahlreichen Insassen. Chroniken, die auf ältere Quellen zurückreichen, lassen eher an eine kleinere Kirche (orato-rium) und an ein kleineres Kloster denken, das aber reich genug war, auch einen König beherbergen zu können.