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»Parsifal« - Programmheft V [antikvár]

»Parsifal« - Programmheft V [antikvár]

 
PETER WAPNEWSKI RICHARD WAGNER UND SEIN NEUNZEHNTES JAHRHUNDERT I. DIE AUFGABE Jede Betrachtung des Mannes und seiner Zeit wird ausgehen von Thomas Manns großem Wort in dem weithin wirkenden Essay des Jahres 1933 über „Leiden und Größe Richard Wagners": Es stehe seine „geistige Gestah" vor uns, „Leidend und grol^ jvie das Jahrhundert, dessen vollkommener Ausdruck sie ist, das neunzehnte". Ein Wort, schön und sicher ruhend in sich selbst und eine Aussage suggestiv ausstrahlend, die an Widerspruch nicht denken läßt. Wir...
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PETER WAPNEWSKI RICHARD WAGNER UND SEIN NEUNZEHNTES JAHRHUNDERT I. DIE AUFGABE Jede Betrachtung des Mannes und seiner Zeit wird ausgehen von Thomas Manns großem Wort in dem weithin wirkenden Essay des Jahres 1933 über „Leiden und Größe Richard Wagners": Es stehe seine „geistige Gestah" vor uns, „Leidend und grol^ jvie das Jahrhundert, dessen vollkommener Ausdruck sie ist, das neunzehnte". Ein Wort, schön und sicher ruhend in sich selbst und eine Aussage suggestiv ausstrahlend, die an Widerspruch nicht denken läßt. Wir werden gleichwohl zu fragen haben, was es auf sich hat mit dem „vollkommenen Ausdruck" eines - des neunzehnten - Jahrhunderts durch eine Gestalt, die so ganz und gar aus dem Rahmen aller - auch der zeitzählenden - Ordnungsmuster fiel, ihr Leben lang. Zu welchem Zweck wir zwei Schritte zu tun haben, - gelegentlich, wenn der Gang der Untersuchung es so will, auch gleichzeitig: Zum einen: Unsder Sigi^uren dieses Jahrhundert^ zu versicher^einer Gmnd-wahrheiien. Und uns - zum andern - d^ Grundwesenszüge und Taten jenes Mannes in aller Einfachheit deutlich zu machen, der gewiß ein Kind dieses Jahrhunderts war, - und in dem man auch wohl seinen Herrn hat sehen wollen: womit das die Nomina des Titels verbindende Possessiv-Pronomen „sein" dann - je nach dem - einen herrscherlich-besitzergreifenden Klang erhielte; oder aber zurückträte ins syntaktische Glied und lediglich Teil einer geläufigen rhetorischen Formel wäre. II. DAS JAHR 1860 Lassen wir uns denn ein auf ein Jahr der späten Jahrhundert-Mitte, etwa auf das Datum 1860. In diesem Jahre stirbt Arthur Schopenhauer, - von dem Wagner (unter anderm) kam. In diesem Jahre wird Gustav Mahler geboren, - Mahler, in dem Wagner (unter anderm) weiterging. Im Jahre zuvor ist_deL_^ristan" ahge-schk^m, aus dessen Mantel die Harmonik und Tonali tat jener Musik kam, die man bis auf den heutigen Tag die „moderne" nennt. (Und, um auch dies aus gutem Grunde wenigstens zu streifen: Vor vier Jahren, 1856, wurde in einem nord-mährischen Flecken Sigmund Freud geboren.) Jetzt aber ist - seit September v/1981

Termékadatok

Cím: »Parsifal« - Programmheft V [antikvár]
Kiadó: Bayreuther Festspiele GmbH
Kötés: Ragasztott papírkötés
Méret: 170 mm x 240 mm
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