Bővebb ismertető
Miklós Őry, KlagenfurtPéter Pázmány in KaschauDer ungarische Historiker Gyula Szekfű meint in seiner Geschichte Ungarns, über Pázmánys Lebens kann man kaum etwas Neues finden, sein äußerer Lebenslauf stehe klar vor uns"1. Dem ist aber nicht so. Den Beweis dafür brachte ich bereits vor fünf Jahren, als ich über Pázmánys Studienjahre ein ganzes Buch mit vielen neuen Angaben veröffentlicht habe2. Aber nicht nur seine Jugendzeit birgt noch unbekannte Episoden; auch in seinem öffentlichen Leben gibt es unerforschte Wegstrecken. Eine solche Periode ist Pázmánys Aufenthalt in Kaschau, wo er seine ersten seelsorgerlichen Erfolge errungen und seine ersten Kämpfe bestanden hat.Péter Pázmány verbrachte in zwei Abschnitten sieben Jahre an der Universität zu Graz. In den Jahren 15971600 dozierte er Philosophie, 16031607 war er dort Professor der Theologia scholastica". Dazwischen wirkte er drei Jahre lang in Oberungarn als Missionar und Studienpräfekt. Über seine Tätigkeit neben Franz Forgách, dem Bischof von Neutra, sind wir ziemlich gut informiert3. Vor diesem missionarisch-schriftstellerischen Wirken beim tatkräftigen Erneuerer der katholischen Kirche Ungarns verbrachte aber Pázmány eine längere Zeit in der Hauptstadt von Hungaria Superior", in Kaschau. Über diese Periode findet man in der ungarischen Geschichte und Literaturgeschichte nur spärliche Andeutungen. Professor Sík, Fraknói folgend, bezeugt, daß er einige Monate in Kaschau verbracht hat als Missionar unter den wenigen Katholiken4. Etwas ausführlicher behandelt diesen Stoff der Kaschauer Kanonikus Béla Wiek, der in seinen Ausführungen über die Wirksamkeit der Jesuiten in Kaschau knapp eine Seite Pázmány widmet5.Aber alle drei Autoren berichten wenig über diese Tätigkeit. Und doch hat Pázmány von den 35 Monaten seines ersten Ungarnaufenthaltes mindestens 1415 Monate in Kaschau verbracht, in mannigfaltiger missionarischer Arbeit.I. Pázmánys Sendung nach OberungarnDaß Pázmány nach dem beendeten dreijährigen Kurs der Philosophie keinen zweiten beginnen wird, war wohl im Frühjahr 1600 schon eine verbreitete Meinung in der österreichischen Ordensprovinz. Die Infor-1Szekfű Band 4. S. 585.2Ö r y Pázmány tanulmányi évei.3Siehe den Aufsatz von D u d e k in 12 großoktav Kolumnen. Ackermann bringt auf S. 2934 nur kurze Andeutungen.4Sík S. 61; Fr aknói S. 30.5Wiek A jezsuita rend, S. 56, Anm. 35.