Bővebb ismertető
Lafi nicht Erinnerung vergangenen Übels Dér Zukunft weite Ráume dir verengen. Johann Wolfgang von Goethe Tancred" Wer dér Geschichte dér Stadt Pforzheim nachzuspüren versucht, um in ihr vielleicht so etwas wie einen leitenden Grundzug zu entdecken, wird bald merken, wieviel dér Sinngehalt dieses Goethewortes über den Ablauf dér Geschichte Pforzheims aussagt. Ihm wird zweierlei bewufit werden. Einmal ist die Geschichte dieser Stadt durch die Jahrhunderte hindurch gekennzeichnet durch folgenschwere historische Ereignisse, die immer wieder über die gesamte Bürgerschaft schicksalhaft hereinbrachen und ihr Leben und ihr Wirken stets auf lángere Zeit schwer beeintráchtigten. Trotz aller Bitterkeit solcher Schicksalsschláge, die sie mehrfach hinnehmen mufiten, erfüllte diese Bürgerschaft aber zu allén Zeiten immer wieder ein záher, durch nichts zu láhmender Wille, sich zu behaupten und stets wieder einen gangbaren Weg zu finden, dér aus den Niederungen, in die mán hinabgestofien worden war, herauszuführen versprach. Das ist die andere Erkeimtnis, die uns dér Blick auf die Geschichte dieser Stadt riickschauend vermittelt. So war es nach dem Dreifiigj áhrigen Krieg. In seinem Verlauf wurde die Stadt mehrfach schwer heimgesucht. Einmal waren es die Kaiserlichen, dann waren es wieder die Schweden, die dér Stadt und ihren Bürgem grófié Scháden zufügten. Zwischenl635 und 1644 befand sich die Stadt wáhrend dieser Kámpfe vorübergehend unter pfálzisch-bayerischer Herrschaft. Als die Bayem abziehen mufiten, steckten sie die Stadt in Brand. Am Ende des Dreifiigjáhrigen Krieges, 1648, war Pforzheim weithin verwüstet imd fást menschenleer. Generationen mufiten sich mühen, um die fürchterlichen Auswirkungen dieser schreddichen Zeit zu überwinden. So war es aber auch nach dem letzten seiner drei Kriege, die Ludwig XIV. in dér zweiten Hálfte des siebzehnten Jahrhunderts um die Macht im damaligen Európa führte. Dieser Krieg dauerte von 1688 bis 1697. Die Heere Ludwigs stiefien weit ins Mittel- und Oberrheingebiet vor. Dabei wurde Pforzheim, noch bevor die klaffenden Wunden, die ihm dér Dreifiigjáhrige Krieg geschlagen hatte, hátten geheilt sein können, zweimal hart getroffen. Mélac überfiel die Stadt im Jahre 1689 und Chamilly ahmte Mélacs vemichtenden Schlag drei Jahre spáter nach. Die Bürgerschaft wurde ausgeplündert, ihre Háuser gingen in Flammen auf. Was Mélac stehengelassen hatte, brannte Chamilly nieder. Das siebzehnte Jahrhundert insbesondere war für Pforzheim und seine Bürger wahrhaftig mit Bitterkeit und Leid angefüllt bis zum Rande. Und dennoch: diese Menschen habén sich schon damals nicht niederbeugen lassen. Sie habén sich zu keiner Zeit dér Zukunft weite Ráume" durch Erinnerung vergangenen Übels" verengen lassen. Diese Haltung habén sie sich bis auf den heutigen Tag bewahrt. Ursprung und Beginn Pforzheim geht geschichtlich auf eine Römersiedlung zűrnek. Als die Römer das alté Germanien beherrschten, zog eine ihrer Heerstrafien vöm Rhein über die nördlichen Ausláufer des Schwarzwaldes und das Enztal hinweg zumNekkar. Im Raume dér heutigen Pforzheimer Oststadt, im Schnittpunkt von Heerstrafie und Enzflufi, entstand eine römische Siedlung. Aus ihr entwickelte sich dér Marktort Pforzheim, dér im Jahre 1067 erstmals urkundlich erwáhnt wird. Rund zweihundert Jahre spáter wurde Pforzheim Residenz. Die badischen Markgrafen jener Zeit gründeten westlich dér altén Römersiedlung eine neue Stadt. Ihr Schlofi, das seiner ganzen baulichen Anlage nach mehr eine Burg war, und ihre Schlofi- und Stiftskirche St. Michael wurden zűr Stadtkrone jener Neugriindung, die sich als Siedlung an den Schlofiberg anschmiegte und sich in seinem engeren Umkreis mehr und mehr vergröfierte. Diese fürstliche Neugriindung, mit dér sich die alté Ansiedlung im Osten erst im Laufe dér Jahrhunderte zu einem einzigen Stadtorganismus zusammenfügte, ist im weiteren Verlauf dér Entwicklung zum charakteristischen Herzstück dér Stadt geworden und ist es bis in unsere Gegenwart geblieben. Von Anbeginn eine gewerhefleijiige Stadt Die Stadt blieb Residenz bis Markgraf Kari II. sich entschlofi, seinen Hof im Jahre 1565 nach Durlach zu verlegen. Sicherlich mögen die Bürger dér Stadt damals nicht gerade beglückt gewesen sein, als sie ihren Markgrafen und seinen Hof von dannen ziehen sahen. So mancher Hoflieferant" verlor seine erlauchte Kundschaft und es sah nicht gerade