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EINLEITUNG
Biskupin. Rekonstruierte urslawische Siedlung der Hallstattkultur Vor 2 500 Jahren zählte sie etwa tausend Bewohner
Berg SIeza (Zobten). Einmalige archäologische Fundgrube - heidnische Bärenskulptur Vom Wort „Sli^za" stammt der Name „Sl^sk" (Schlesien).
Der Polen Vergangenheit und ein Quentchen Gegenwart
Es war eine bewegte Zeit, als Polen Teil Europas wurde. Gerade ging das erste Jahrtausend zur Neige. Die Menschen waren von einer panischen Angst vor dem Weltende erfüllt, wie gewöhnlich, wenn ein Millenium endet.
In Erankreich erlosch unter König Lothar das glanzvolle Königshaus der Karolinger. In England regierte König Edgar der Bekenner (auch der Ruhige genannt); zu ruhig für jene stürmischen Zeiten. Immer wieder wurde die Insel von Rotten skandinavischer Normannen überfallen und geplündert. Nachdem Otto I. den einfallenden Horden der Ungarn eine vernichtende Niederlage bereitet hatte, gewann Deutschland unter seiner Regentschaft an Macht. Wie ein Kanzler Kohl jener Zeiten strebte auch Otto I. der Große nicht nur nach einer Vereinigung der Deutschen, sondern auch Europas, der gesamten damaligen christlichen Welt; er hatte sich gerade zum Kaiser krönen lassen.
Den Polen gefiel das im 10. Jh. bestens! Sie waren gerade im Begriff, aus dem brodelnden Magma der Stämme hervorzutreten und mussten schnellstens dem Heidentum entsagen (wie jetzt dem Kommunismus), um nicht mit dem Schwert bekehrt zu werden und in jenen Samenkeim der Europäischen Union aufgenommen zu werden. Die Polen brauchten einen Schirmherrn.
Otto I. war dazu geneigt. Er wollte sein Reich vor dem wilden Osten schützen, woher so oft schon abwechselnd gefährliche Horden der Hunnen, Wandalen und Awaren eingefallen waren. Daher erklärte er sich damit einverstanden, dass der ihm untertane König von Böhmen, Boleslaus I. der Grausame seine geliebte Tochter Dobrawka dem wenig bekannten, aber immer stärker werdenden Herzog der Polanen - Mieszko -zur Frau gab. Dieser Stamm war gerade dabei, Polen zu erschaffen, indem er andere westslawische Stämme zur Einheit zwang.
Sobötka (Zobten). Ortschaft am Fuße des Berges Jlçza". Steinernes Sühnekreuz
Die Historiker diskutieren noch heute voller Eifer darüber, ob die Brautleute zuerst einen gesetzmäßigen Ehebund geschlossen oder diesen de facto schon vorher konsumiert hatten. Die Mehrheit neigt zu der Anstoss erregenden Ansicht, dass Prinzessin Dobrawka mindestens ein Jahr lang das Bett mit einem Heiden geteilt habe, bevor dieser feierlich getauft worden sei; wahrscheinlich in Regensburg, ganz bestimmt aber im Jahre 965.
So fand der Beitritt Polens zu dem sich vor tausend Jahren vereinenden Europa statt. Er muss einen glücklichen Verlauf gehabt haben, wenn die polnischen Neophyten schon zwei Jahre nach der Taufe einen eigenen Bischof erhielten! Sein Name war Jordan. Obwohl die Böhmen schon seit einem reichlichen Jahrhundert Christen waren, wurde ihnen diese Ehre erst fünf Jahre nach den Polen zuteil. Scheinbar interessierten sich die westlichen Länder mehr für das große Polen als für das kleine Böhmen. Polen versprach ein interessanter Handelspartner zu werden! Der berühmte