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von Spanien her - nach Polen kam und von da aus über Krakau in südlicher Richtung gegen das böhmische Prag zog. Seit diesem Besuch sind tausend Jahre ins Land gegangen, und während dieser Zeit war der längs der Wisla (Weichsel) führende Weg stets Polens Hauptpromenade4*. Auf dieser Verkehrsstraße wälzten sich eigene und fremde bewaffnete Heerscharen. Hier entlang lief von Wieüczka und Krakow (Krakau) die wichtigste, Ungarn und die Ostsee verbindende Handelsstraße, die im Süden des Landes den von Osten nach Westen führenden Verkehrsweg Kiew-Lwow (Lemberg)-Prag kreuzte. Auf diesem breiten, an der Weichsel gelegenen Landstreifen - und in seiner Verlängerung gegen die Tatra zu - hat sich im Verlauf der Jahrhunderte vieles zugetragen, nicht nur auf dem Gebiet der Politik und des Handels, sondern auch im Bereich der Kunst und Kultur. Deshalb lassen sich hier mühelos viele Spuren der Spätgotik und der Renaissance auffinden, vor allem aber die großartigen Schöpfungen des Barock bewundern. Hier sind die herrlichsten Objekte des Profan- und Sakralbaus zu sehen, angefangen von den entzückenden griechisch-unierten Kirchlein und den kleinen, aus Holz erbauten römisch-katholischen Kirchen, über Magnatenpaläste, Wehrschlösser, alte Kathedralen, Klöster und Rathäuser bis zu den großen stilvollen Städtekomplexen. Das ist jenes Polen, dessen Landschaft die Künstler bezaubert und zum Schaffen angeregt hat. In den Nocturnes von Frédéric Chopin hören wir die masowischen Weiden rauschen, und in den Werken von Stefan ?eromski den Tannenurwald; die Tondichter Stanislaw Moniuszko und Karol Szymanowski drückten den Reiz der beschneiten Tatrahänge in ihren Opern aus. Irgendwo in der Umgebung von Wislica und Krakau stand vor tausend Jahren die Wiege des polnischen Staatswesens, und in der Gegend von Kielce liefert die Erde Beweise für das Keimen einer frühen Industriekultur. Hier haben die beiden wichtigsten Städte Platz gefunden, an denen die Polen mit allen Fasern ihres Herzens hängen: Warschau und Krakau, die gegenwärtige und die einstige Metropole des Landes. Obwohl die Zivilisation heute bis zu den beiden Weichselufern auf breiter Front vorgedrungen ist, blieb in diesem Teil Europas dennoch etwas von der Atmosphäre der Vergangenheit haften, es hält hier ein Widerhall der Folklore und der Sitten vergangener Jahrhunderte an, hier verblieben manche Landschaftsfragmente unberührt vom schädlichen Einfluß der chemischen Betriebe und frei von den Auspuffgasen der Verbrennungsmotoren.