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Land zwischen Meer und Melancholie -Born dia, PortugalPortugal liegt ganz nah: nur drei, vier Flugstunden trennen uns von dem kleinen Land im äußersten Südwesten Europas, und der Reisende fühlt sich in seiner sonnigen Urlaubswelt - meistens an der Algarve - denn auch schnell heimisch. Aber Portugal liegt auch fern, sehr weit weg von unserer mitteleuropäischen Welt. Mit ein bißchen Sensibilität spürt man in Portugal bald einen anderen Lebensrhythmus, ein anderes Lebensgefuhl, eine andere Art, mit dem Alltag umzugehen und mit seinen Problemen fertig zu werden.Zwischen Meer und Melancholie haben die Natur und die Geschichte ein Volk mit einer eigenen Physiognomie und einem ganz unverwechselbaren Charakter entstehen lassen. Portugal hatte im fünfzehnten Jahrhundert die Welt entdeckt, hat daim, als es dieser Welt wieder verlustig gegangen war, verdrossen am Rande Europas gelebt, sich auf sich selbst zurückgezogen, sich bespiegelt, betrachtet, in Frage gestellt und bemideidet: Wer bin ich eigentlich angesichts der großen Welt? Wer bin ich angesichts des rätselhaften Universums? Soviele Portugiesen -soviele Antworten.Jahrhundertelang lag das Land in einem gesellschaftlichen Dornröschenschlaf. Noch 1972, gerade zwei Jahre vor der großen Wende, vor der Nelkenrevolution", schrieb ein portugiesischer Dichter nüt oder ohne Ironie von der Glückseligkeit, nichts zu sein:Portugiesisches SelbstbildnisVom großen Menschenatlas nur ein Menschenstrich,Hier, in der Sonne und im Westen, schlummre ich;Der Mantel der UnendlichkeitBekleidet meine Nichtigkeit;Das himmelblaue Meer zur SeiteLeiht meinem blauen portugiesischen NirwanaWeiU.Ich lebte vor der Stunde mein Erleben. Nun vegetiere ich. Glückselig nichts zu sein. Nichts zu erstreben. Und nichts zu fühlen.Dankbar dem Meer, mich niemals mehr zu wecken. Dankbar dem Himmel auch, mich immer zu bedecken.(Miguel Torga)Und 1974 vrarde Portugal darm durch einen unblutigen Militärputsch nach vierzigjähriger Diktatur wieder auf den Weg der Demokratie gebracht - ein ziemlich unerhörtes Ereigtus in der Geschichte. Portugal ist eben anders. Dabei: weim sogenannte natürliche Grenzen eine Voraussetzung für Länder und Territorien wären, dann dürfte es Portugal eigendich gar nicht geben, dann müßte die iberische Halbinsel ein einziges Staatsgebiet sein, und in der Tat hat Spanien ja auch lange genug versucht, die portugiesische Schwesternation in die erdrückende politische Umarmung zu nehmen, nicht anders in den Jahrzehnten