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TAUSENDJÄHRIGE KULTURSTADT PRAGPrag stellt eine bewundernswerte Synthese von Naturschönheit und menschlichem Schaffen dar. Das Gelände der Stadt, geformt durch Jahrtausende von dem erodierenden Wasser der Moldau, ist an sich schon eine anziehende Landschaft. Die von tiefem Grün bedeckten steilen Hänge des linken Flußufers, der Letnäberg, der Hradschin, die Prager Burg und der Laurenziberg (Petrin), in deren Schoß die terrassenförmig ansteigende Kleinseite eingebettet liegt, bilden einen reizvollen Kontrast zu dem breitausladenden flachen rechten Moldauufer, das oben von dem Vitkovberg und den Weinbergen und weiter unten von Karlov und VyiSehrad abgeschlossen wird. Dazwischen, an dem vor Tausenden von Jahren entstandenen Moldauknie, liegt der Kern der heutigen Stadt. An dieser günstigen Furt schlugen fremde Kaufleute aus dem Osten und Süden ihr Lager auf. Von den umliegenden Hügeln, wo im heutigen Bubenec und später auf dem Hradschin die nachweisbar ersten Siedlungen auf dem Gebiet Prags entstanden waren, kamen die Einwohner herab, um mit den Kaufleuten Tauschhandel zu treiben. Die Fremden brachten zumeist seltene Wald- und Feldfrüchte und handwerkliche Erzeugnisse mit, die Einheimischen boten ihnen dafür Gelegenheit zur Rast, Speise und Trank, Pelz- und Lederwaren und überdies Schutz für die Weiterreise. Der Schutz wurde allerdings nicht unentgeltlich gewährt, sondern die heimischen Stammesfürsten verdienten daran. Unter den westslawischen Stämmen gewann zu Beginn des 9. Jahrhunderts vor allem der Stamm der Tschechen unter der Führung der Premysliden die Oberhand. Die Tschechen setzten sich einerseits durch Besiedlung, andrerseits durch die Gründung zweier Burgen fest, deren eine, die ältere, in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts auf dem Hradschin und die andere, jüngere zu Beginn des 10. Jahrhunderts auf dem Vysehrad entstand. Auf diese Weise entwickelte sich ein neues Verwaltungs-, Wirtschafts- und Kulturzentrum des Stammes der Tschechen, das Praha genannt wurde und durch die steigende Macht der Premysliden immer mehr an Bedeutung gewann.Ursprünglich bestand Prag aus einer bunt zusammengewürfelten Anhäufung von Dörfern, unter denen die Siedlung der jüdischen Einwanderer durch ihren wirtschaftlichen Aufschwung und ihren Wohlstand die wichtigste war. Die älteste schriftliche Aufzeichnung über Prag stammt von dem arabischen Schriftsteller AI Bekri aus Cordoba. Er beruft sich hierbei auf die Erzählung des jüdischen Kaufmannes Ibrahim Ibn Jakub, der als Mitglied einer maurischen Gesandtschaft am Hofe Kaiser Ottos I. um 965 Prag besucht hatte. Ibn Jakubs Bericht lautete folgendermaßen: Prag ist ein Ort lebhaften Handels im böhmischen Lande. Es kommen Russen, Polen, Muselmanen, Juden und Madjaren dorthin, um Sklaven, Zinn, Pelzwerk, Pferdesättel, Zaumzeug und Schilde und alles, was sonst angefertigt ivird, einzukaufen. Prag ist eine aus Stein und Kalk erbaute Stadt." Darin hatte der weitgereiste Kaufherr sicherlich übertrieben. Auf Grund archäologischer Funde konnte sich diese5