Bővebb ismertető
PRAG ALS ARCHITEKTONISCHES KUNSTWERK
zdenEk wirth
Wenige Städte Europas sind durch eine so einzigartige Lage ausgezeichnet wie Prag. Das Gelände des historischen Prags ist plastisch, es verändert sich auf Schritt und Tritt, und die großartigen Terrainstufen bilden eine natürliche Grundlage für die Monumentalität der Stadt. Mehrere im rechten Winkel zum Fluß vorspringende Anhöhen bilden das Grundgerüst, das durch das breite Band der Moldau, die sich innerhalb der Stadt zu einem See ausweitet, zusammengehalten wird. Und in ihren Wassern spiegeln sich die beiden architektonischen Hauptgruppen der Stadt, die Kleinseite und die Burg, wider.
Auf einer solchen landschaftlichen Grundlage entstand in tausendjähriger Entwicklung ein Bauwerk von machtvoller Plastik, von einzigartigen Konturen und bezaubernden Details, eine komplizierte architektonische Synthese, in der sich Geschichte und Kunst harmonisch vereinen und alle Tendenzen des europäischen Städtebaus vom lo. bis zum 19. Jahrhundert zum Ausdruck kommen. Bis heute ist in dem Grundriß Prags und in der Anordnung seiner architektonischen Höhepunkte die Geschichte seiner Entwicklung erhalten geblieben, einer Entwicklung großzügigen Maßstabes und hohen künstlerischen Niveaus. Die anfänglich lose gruppierten mittelalterlichen Siedlungen verschmolzen im Laufe der Jahrhunderte zu einem großen Ganzen, dem sämtliche Baustile der Neuzeit seine heutige, reich gegliederte Form geben.
Im 10. Jahrhundert betrat Prag den Schauplatz der Geschichte und nahm seither allmählich seine architektonische Gestalt an. Die Grundelemente seines Baukörpers bildeten die beiden Fürstensitze auf dem Hradschin und auf dem Vysehrad, einzelne Siedlungen, die sich an beiden Ufern der Moldau unterhalb der Burgen ausbreiteten, das Marktzentrum am Teyn und die Ansiedlungen ausländischer Kaufleute. Im Gegensatz zu den künstlerisch unbedeutenden Bauten der einzelnen Siedlungen bildeten die Kirchen und Burgen, die Judith-Brücke und die turmartigen Häuser der Patrizier die monumentale Grundlage der Architektur Prags. Dieser romanische Keim der Stadt war noch durch ein primitives, unregelmäßig und spärlich bebautes Straßennetz gekennzeichnet. Ein wirkliches Stadtbild entstand erst in der ersten Hälfte des