Bővebb ismertető
Wen n eine Frau schön sein soll, muB sie den Kopf einer Pragerin habén, heiftt es in einem altén deutschen Lied aus dem 15. Jahrhundert. Die folgenden Jahrhunderte fügten zu Lob und Preis der Prager Frauen weitere Strophen hinzu - bis in unsere Gegenwart. Zu diesem parteiischen Urteil trágt zweifellos die ganze Atmospháre der Stadt Prag bei. Denn Prága, Praha ist weiblichen Geschlechts. Die Dichter nannten die Stadt oft eine Geliebte, eine vertrauliche Freundin, allén war sie Symbol zártlicher, geheimnis- und würdevoller Fraulichkeit. Sie ist ihren Söhnen und Töchtern immer eine wahre Mutter gewesen, in deren Herz sich die Leiden des Landes am tiefsten eingruben, wáhrend Ruhm und Frohsinn hier am hellsten erstrahlten. Fremde Reisende, die die Stadt in ihren Bann zieht, bewundern ihre malerische Lage an den Moldauufern und auf den umliegenden Hügeln, den Kranz der Gárten und Anlagen um die altén Palásté, den Reichtum der Stile und ihre au&erordentliche Harmonie. Wenn Sie durch die Prager Strafcen streifen, bláttern Sie gleichsam in einem von der dramatisch bewegten Vergangenheit geschriebenen Buch. Der versonnene VySehrad gedenkt der sagenhaften Zeiten, da die Fürstin Libussa Prag gründete und der Stadt Ruhm verhieft. Die áltesten Steine auf der Prager Burg sind Zeugen der Tage, da der heilige Schutzpatron Böhmens Herzog Wenzel hier in der von ihm gegründeten byzantinischen St.-Veits-Rotunde begraben wurde. Romanische Rundkirchen und die St.-GeorgsBasilika gemahnen an die Zeit des frühen Christentums in Böhmen. Die gotische Stadtanlage schuf König Kari IV., der gleichzeitig römischer Kaiser war und Prag liebte wie seinen Augenstern". Er gründete hier eine Universitát und berief junge Baumeister, deren hervorragendster Peter Parler war, in seine Residenzstadt, um die neue Moldaubrücke, den Veitsdom sowie zahlreiche Kirchen und weitere Bauwerke zu errichten. Die Hussitenbewegung machte das ganze Land zum Schauplatz heftiger Kámpfe. Deshalb verspátete sich die Renaissance, aber sie schenkte der Stadt dennoch mehrere Bauwerke. Schon damals gebührte Prag das Epitheton der Hunderttürmigen, wenngleich es dreimal mehr Türme waren. Unter Rudolf II., der allén Künsten wohlgesinnt war, begann man die Stadt die Goldene" zu nennen. Am Hofe Rudolfs gab es zahlreiche Bildhauer, Musiker und Dichter, ebenso wie Wissenschaftler und Alchimisten. Ein beredtes Zeugnis dieser Zeit ist das Grab des gro&en Astronomen Tycho Brahe in der Teynkirche. Infolge der verlorenen Schlacht am Weifcen Berg (1620) büBten die böhmischen Lánder für dreihundert Jahre ihre Unabhángigkeit ein. Das Altstádter Rathaus sah der Massenhinrichtung der Rebellenanführer zu. Die Habsburger machten dann Wien zu ihrer Residenzstadt und die Prager Burg verwaiste. Ein neuer Stil, das Barock, sollte den Triumph der Rekatholisierung zum Ausdruck bringen, und in seinen ersten gigantischen Bauvorhaben, wie dem Waldstein-Palast oder dem Klementinum, war tatsáchlich auch die Demütigung des besiegten Volkes enthalten. Als das Barock jedoch vom heimischen Geist ausgefüllt wurde und die Künstler darin eigenen Gefühlserlebnissen Form und Ausdruck zu geben bestrebt waren, verlieh das Barock der Stadt eine neue, charakteristische Schönheit, die die Strenge der Gotik in weiche Kurven auflöste. Die Namen der Baumeister und Bildhauer - der Dienzenhofer, Braun, Brokoff - sind in ihren Werken verewigt. Spátere Jahrhunderte waren bemüht, der Stadt moderne Lebensart zu verleihen. Heute werden diese Bemühungen fortgesetzt, und darüber hinaus wird nachgeforscht, wo die Geschichte in