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RAVENNAGESCHICHTESchon mehrere Jahrhunderte vor der christlichen Zeitrechnung bestand Raven-na als umbrische und wie die typische Endung in enna annehmen lafít wahrscheinlich von den Etruskern be-herrschte Siedlung. Hierin stimmen so-wohl antiké Geschichtsschreiber wie Strabo und Dionys von Halikarnass als auch neuzeitliche Historiker überein. Als die Römer im zweiten vorchristlichen Jahrhundert ihre Herrschaft auf die ganze Po-Ebene nördlich Riminis ausdehnten, wurde Ravenna zu einem ihrer strate-gischen und wirtschaftlichen Stützpunkte erster Ordnung. Kaiser Octavian festigte die Stellung der Stadt im Zugé der Straf-fung der politischen und militárischen Ordnung des ganzen römischeft Reichs noch weiter. Er verband sie durch ein Netz von Kanálén mit dem Po und er-baute den Hafen von Classe, in dem bald eine der schlagkráftigsten Kriegsflotten des Reichs vor Anker lag. Die Flotté von Classe verfügte in jener Zeit über eine stattliche Anzahl von Kriegs-schiffen; sie hatte die adriatischen Han-delslinien unter Kontrolié und wach-te über den Frieden der Ostprovinzen. Für Ravenna begann eine Zeit ununter-brochenen Wachstums, das im 5. Jahrhundert seinen Höhepunkt erreichen sollte, als der Adria-Hafen durch kaiser-lichen Beschluí? Hauptstadt des christlich-römischen Westreichs wurde. Der Kaiser Honorius war es, der dem Druck der Ereignisse folgend seinen Hof von Mai-land nach Ravenna verlegte. Angesichts der allgemeinen Auflösung der durch den Einbruch germanischer Stamme verunsi-cherten und von militarischer Anarchie bedrohten römischen Herrschaft schien ihm Ravenna sicherer als Mailand, denn das Kanalsystem und die unwegsamen Sumpfgebiete im Rücken der Stadt sicher-ten sie gegen Angriffe vom Land aus, und der gutausgerüstete Hafen hatte von der Seeseite her nichts zu befürchten. Der Untergang des römischen Reichs war jedoch nicht mehr aufzuhalten. 476 nahm die römische Herrschaft mit der Abset-zung des letzten Kaisers Romulus Augus-tulus ein offizielles Ende. Der Germanen-fürst Odowakar erhielt den Titel eines Königs von Italien. 493 wurde er von dem Ostgoten Theoderich entmachtet. Mehr als 30 Jahre lang, bis zu seinem Tod im Jahre 526, führte Theoderich in Ravenna ein weises Regiment. Er war König eines gotischen Stammes ariani-scher Religion. (Die Anhánger des Arius glaubten im Gegensatz zu dem im Konzil von Nicaea festgelegten katholischen Dogma, dafi die Natúr Christi wesentlich menschlich gewesen sei.) Unter der Herrschaft Theoderichs blühte die Stadt wie-der auf, groRartige Kunstwerke entstan-