Bővebb ismertető
Einleitung Das vorliegende Heft unserer Schriftenreihe ist dem Thema Rechtsextremismus in Schleswig-Holstein unter zeitgeschichtlichen und politisch aktuellen Aspekten gewidmet. Es handelt von den Nachwirkungen der nationalsozialistischen Vergangenheit in Schleswig-Holstein in den 50er und 60er Jahren, und es analysiert rechtsextremistische Organisationen und Strömungen der Gegenwart so wie die Möglichkeiten ihrer Bekämpfung. Wiedergegeben wird hier die Antwort der Landesregierung auf die Große Anfrage der SPD-Landtagsfraktion zum Thema Rechtsextremismus in Schleswig-Holstein"0 sowie die Landtagsdebatte, die dazu am 24. Januar 1990 in Kiel geführt wurde.2) Beide Dokumente verdienen eine größere Verbreitung und fanden deshalb Eingang in die Schriftenreihe der Landeszentrale für Politische Bildung. Im historischen Teil wird erstmalig der längst überfällige Versuch gemacht, die Wirkungen der nationalsozialistischen Zeit in Schleswig-Holstein nach 1945 im Zusammenhang darzustellen. Der Zusammenbruch des NS-Staates hatte in den letzten Kriegswochen nicht nur gewaltige Flüchtlingsströme nach Schleswig-Holstein gelenkt (mit 44.5 % hatte es 1949 den höchsten Flüchtlingsanteil aller Länder der Bundesrepublik), mit der Verlegung der Reichsregierung Dönitz nach Flensburg hatte sich zugleich eine Vielzahl prominenter Nationalsozialisten mit ihren Dienststellen und Stäben in den Norden des Reiches abgesetzt. Die meisten von ihnen konnten nach der Kapitulation gefaßt werden, andere tauchten unter und wechselten ihre Identität. Nach wenigen Jahren konnten die meisten Nationalsozialisten, die zuvor in staatlichen Dienststellen oder Parteiorganisationen gewirkt hatten, ihre Karrieren im öffentlichen Dienst des Landes fortsetzen. Die Entnazifizierung, von den alliierten Siegermächten begonnen und von