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VORWORTDer Band Reformierte in der Baranya" stellt bekannte und unbekannten Traditionen und Geschichten vor. Kirchen aus dem Mittelalter und aus neuerer Zeit, charakteristische Kirchenmöbel, bemalte Kassetten von ergreifender Schönheit und die geheimnisvolle Bilderwelt der Kirchendecken aus dieser Region sind weltberühmt. Man kann sagen, sie sind eines der besonderen Charakteristika des religiösen Lebens der Baranya und vor allem der Ormánság. Schon weniger bekannt sind dagegen die Kirchengeräte, Taufkannen, Abendmahlskelche und Tischtücher, weiter die Hilfsmittel der alltäglichen Glaubenspraxis, die Bibeln und Gesangbücher in verschiedenen Ausgaben, die zum Hintergrund des Kirchenlebens gehörenden Aufzeichnungen, kirchlichen Matrikel und Erinnerungsgegenstände aus der Volksschule. Die 2015 in Pécs eröffnete Ausstellung rückt dem Interessierten all dies in greifbare Nähe. Dies wird jetzt mit dem vorliegenden Band dadurch vervollständigt, dass fachkundige Autoren kurz und knapp, aber auch für den in der Welt der historischen Uberlieferung weniger bewanderten Leser hinreichend informativ die vielfältige Geschichte der Protestanten (vor allem die der Calvinisten) in der Baranya von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis in unsere Tage erschließen. Wir können die Zeit der osmanischen Eroberung, der Kriege und der großen Verderbnis" hier ebenso kennenlernen wie das Erstarken der verschiedenen protestantischen Konfessionen, den Neubeginn nach der Türkenzeit, die Neuansiedlungen, den Wiederaufbau und die Organisation des kirchlichen Lebens. Die Verfasser stellen all dies in einen umfassenden Rahmen, so lässt sich neben den lokalen Bezügen ein Bild des gesamten ungarischen Protestantismus gewinnen. Dennoch geht es hier nicht einfach um einen Museumskatalog, sondern um eine weitaus gründlichere und tiefer gehende Arbeit. Die Sachdenkmäler wurden nämlich nicht aus den Depots von Museen (oder aus dem Skansen) in die Ausstellung gegeben, und auch die vorgestellten Geschichten sind nicht Bestandteile einer fernen Vergangenheit, sondern Teile der lebendigen Wirklichkeit auch heute bestehender, ihre Religion praktizierender Gemeinden. Der Band über die Reformierten der Baranya lädt uns mithin in eine Welt ein, in der eine geschmückte Kirche vor allem die zum Gottesdienst Versammelten in ihre erhabene Schönheit hineinzieht, in der das Glockengeläut die Freude und die Trauer der heutigen Gläubigen verkündet, in der die Namen der heute Getauften in den Matrikeln auf die der früher Getauften folgen, in der auch heute die Bibel gelesen wird, in der sich die ArbeitReformierte in der Baranya