Bővebb ismertető
Vom Urgestein und Venetianer, von Kühen, Knöpfen und Feuermehrschläuchen, von Wetterfröschen", Uhrmachern und Feriengästen on welcher Seite man sich auch dem Inselsberg nähern mag: immer wird der riesige Turm von weitem grüßen, wird der Gipfel zu einer Besteigung verlocken. Wer dann von seiner Höhe in die Runde blickt, über die bewaldeten Berge ringsum und in die Täler und Gründe, den überkommt nicht nur die Freude des Schauens und des Genusses an der Mannigfaltigkeit der Formen und Farben, sondern auch ein Gefühl des Erhabenen. Dieser Berg - 916 Meter über dem Meeresspiegel - ist zwar nicht der höchste des Thüringer Waldes, aber der bekannteste und der eindrucksvollste. Seine Kegelgestalt überragt die gleichmäßige Kammlinie. Der Inselsberg ist das stolze Haupt des an Höhen und Waldschluditen reichen nordwestlichen Gebirgsteiles. Er besteht aus rötlidiem Porphyrgestein, das - neben den älteren, durch Abtragung freigelegten Graniten und Glimmerschiefern zwischen Brotterode und Ruhla -hier vorherrscht. Als glutflüssige Masse drang der Porphyr in der Rotliegendzeit aus dem Erdinnern hervor, ergoß sich über die Rumpfflächen und Schuttfelder des zerstörten karbonischen Hochgebirges und erstarrte. Im Erdmittelalter wechselten Meeresüberflutungen und Wüstenzeiten. Verschieden mächtige Schichtfolgen aus Sanden und Tonen wurden auf dem Rotliegenden abgelagert. Gebirgsbildende Kräfte versetzten im Tertiär das Gebiet von neuem in Unruhe. Gewaltige Risse zerlegten den verfestigten Rumpf in Schollen, von denen einige absanken, andere hoch empor-geschoben oder gekippt wurden. Das Gebirge, wie es sich heute darbietet, ist aus einer länglich-ovalen Scholle entstanden; der Schichtenstapel aus Sedimenten wurde - bis auf geringe Reste - von den atmosphärischen Kräften nach und nach wieder abgeräumt, so daß das Rotliegende an einigen Stellen zutage trat, ja sogar im Gebirgsrumpf verborgene Grjnitblöcke bloßgelegt wurden. Die Härtlinge" aus Porphyrgestein aber, wie der Inselsberg und seine Nachbarn, setzten der Verwitterung starken Widerstand entgegen und überragen heute das übrige Gebirge. Eine Wanderung von Waltershausen über Langenhain nadiTabarz und von dort in den Lauchagrund hinein enthüllt dem aufmerksamen Beobachter die Entwicklungsgeschichte dieses schönen Stückchens Erde: Vom Muschelkalk bei Waltershausen-Schnepfenthal, in dem man gelegentlich Versteinerungen finden kann, gelangt man am Gebirgssaum zum Buntsandstein und zum Zechstein. Die Schichtserie wurde am Rande des Gebirges aufgebogen, als sich im Tertiär die Scholle hob. Im Lauchagrund trifft man dann auf die dunkelroten, sehr harten Porphyrfelsen des Aschenberg- oder Torsteins.Die Geologen haben in solcher Gegend ein reiches Betätigungsfeld, aber auch der Frühgeschichtler kommt auf seine Kosten: man ist hier auf Spuren von Steinzeitmenschen gestoßen. In der Nähe von Gotha fand man Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände, im Lauchagrund, am sogenannten Backofenloch, wurde eine Feuersteinlanzenspitze und am Südende von Cabarz ein Steinbeil gefunden: Zeugen aus den Anfängen der Menschheitsgeschichte in diesem Raum.Im Lauchagrund, auch im Ungeheuren Grund, wie in all den Tälern, die tief ins Gebirge hineinführen, sollen sich vor langen Zeiten - so berichtet die Sage - gern geheimnisvolle Fremde mit dunklen Gewändern und spitzen Hüten aufgehalten haben. Sie hausten hier abgeschieden von aller Welt, bauten sich kleine Hütten, in denen des Nachts Feuer aufflackerten und die Fremden eifrig beschäftigt waren. Man nannte sie Venetianer", da sie angeblich aus Italien stammten.Einmal hielt sich ein solcher Venetianer längere Zeit im Lauchagrund auf. Sommer für Sommer häufte er aus der Laucha Sand ans Ufer und durchwühlte ihn aufmerksam nach seltenen Mineralen und Erzen, oder er ging ins Gebirge, um nach der Art der anderen Venetianer wertvolle Steine und Erzgänge zu suchen. Er hatte einen jungen Burschen aus Tabarz zur Hand, der ihn die Wege und Stege führte. Recht absonderlich erschien diesem zumeist das Gebaren des Fremden, und wenn der junge Bursche sich bisweilen ab-