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Wer den Koffer fiir eine Reise nach Rostock packt, denkt dabei sicher zuerst an das Meer oder an den Überseehafen mit seinen kleinen und groBen Pöt-ten aus aller Welt, an dröhnende Werften, an Segel-boote, alte Hansekoggen, gotische Giebel, Strandkörbe oder vielleicht an steifen Grog in Seemannsklau-sen. Alles das finden Sie wirkiich in Rostock. Und Ih-re Vorstellungen nehmen bald in tausendfáltigen Ein-zelheiten Gestalt an, wenn Sie erst einmal am Ziel sind und die 765jáhrige Hafenstadt entdecken. Wir möchten Ihnen dabei Gesellschaft...
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Wer den Koffer fiir eine Reise nach Rostock packt, denkt dabei sicher zuerst an das Meer oder an den Überseehafen mit seinen kleinen und groBen Pöt-ten aus aller Welt, an dröhnende Werften, an Segel-boote, alte Hansekoggen, gotische Giebel, Strandkörbe oder vielleicht an steifen Grog in Seemannsklau-sen. Alles das finden Sie wirkiich in Rostock. Und Ih-re Vorstellungen nehmen bald in tausendfáltigen Ein-zelheiten Gestalt an, wenn Sie erst einmal am Ziel sind und die 765jáhrige Hafenstadt entdecken. Wir möchten Ihnen dabei Gesellschaft leisten. Bevor wir jedoch mit unserem Streifzug beginnen, sollten wir von Rostock wissen, daB es die gröBte Stadt im Nor-den unserer Republik ist, die ihre heutige Bedeutung vor allém in den letzten Jahrzehnten erlangte. GewiB hat Rostock seine Geschichte, eine bewegte, mit vie-Ien Licht- und Schattenseiten. Wenn heute von ver-gangenem Glanz die Rede ist, dann sind damit die Jahre nach der Entstehung der Hanse um die Mitte des 14.Jahrhunderts gemeint. Die Hanse war zu-nachst eine Kaufmannsgenossenschaft, dann eine stadtische Interessengemeinschaft des Handelskapi-tals in der Periode des Feudalismus in Nordeuropa, in der sich zeitweilig weit über 100 Hafen und Reichs-stadte zusammengeschlossen hatten. Diese lebten hauptsachlich vom Handel und von der Seeschiffahrt. Es war die Zeit der reichen Kaufleute, der unterneh-mungslustigen Reeder und tüchtigen Kapitane. Ihre historische Bedeutung liegt vor allém darin begrün-det, daB sie den Warenaustausch zwischen Ost- und Westeuropa organisierten und verrhittelten. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde dieser Bund die unbestrit-tene Handelsvormacht des Nordens. Die Hafenstadt Rostock zahlte dazu, sie erstarkte und erblühte. Stol-ze Rat- und Kaufmannsháuser, hohe Kirchen mit blanken Kupferdáchern und wuchtige Tore wuchsen empor. Aber der gröBte Teil der stádtischen Bevölke-rung lebte auf der Schattenseite, in kleinen Katen, primitíven Buden oder in feuchten, ungesunden Kellem. Das Los der unteren Schichten wurde nach dem Zer-fall der Hanse im 17. Jahrhundert noch trostloser. Rostock versank immer mehr in Bedeutungslosigkeitund Rückstandigkeit. Der um die letzte Jahrhundert -wende geprágte Ausspruch, wenn eines Tages die Welt untergehen sollte, geschieht es in Mecklenburg fünfzig Jahre spater, traf genauso auch fiir Rostock zu. Zukunftsweisend alléin war in dieser Zeit das uner-müdliche Wirken der organisierten Arbeiterklasse, die - denkt man an ganz Mecklenburg - hier am stárk-sten konzentriert war.Vorerst aber lieB sich der weitere Niedergang nicht aufhalten. Der von den deutschen Faschisten entfach-te zweite Weltkrieg verschonte auch die Stadt im Nor-den nicht. Britische Bomber klinkten ihre tödliche Last über den gotischen Giebeln an der Warnow aus. Viele Menschen kamen ums Leben. 40 Prozent der Stadt fielen in Schutt und Asche, darunter fast 15 000 Wohnungen, das Theater, Baudenkmaler, Schulen und Krankenháuser. Mit dem Einmarsch der Rőten Armee in Rostock am l.Mai 1945 begann für die alte Hansestadt eine neue Zeit, ein noch nie dagewesener Aufschwung. Die Partei der Arbeiterklasse und die Regierung der DDR sahen es als eine der wichtigsten Aufgaben an, im nur schwach industrialisierten Nor-den ein starkes ökonomisches Zentrum zu schaffen und die alte Rückstandigkeit in ganz Mecklenburg zu beseitigen. In dem gröBten Betrieb des Nordens, der fast hundert Jahre altén Neptunwerft, war die Pro-duktion bereits wieder in Gang gesetzt, daneben ent-stand in Rostock-Warnemünde auf Sumpf und Öd-land die Warnowwerft, die sich bald zum gröBten Schiffbaubetrieb unserer Republik entwickeln sollte. Viele Facharbeiter, aber auch ungelernte Kráfte sie-delten sich in Rostock an. Der Schiffbau erhielt sowje-tische GroBauftráge, von denen die Rostocker Werft-arbeiter früher nicht zu tráumen wagten. Bald bauten die Rostocker Werften Hochseefrachter für viele Lander der Welt. Die Bezirksstadt im Norden ent-wickelte sich zu einem leistungsfáhigen Schiffbau-zentrum unseres Landes. Und wahrend von den Hel-lingen der beiden Werften Schiff für Schiff vom Stapel lief und starke Zulieferbetriebe wie das Dieselmotorenwerk, wie VEB Schiffselektronik (früher Starkstromanlagenbau), Institute und Ingenieur-

Termékadatok

Cím: Rostock [antikvár]
Szerző: Gerhard Murza Hans Jordan
Kiadó: VEB F. A. Brockhaus Verlag
Kötés: Fűzött kemény papírkötés
Méret: 200 mm x 230 mm
Gerhard Murza művei
Hans Jordan művei
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