Bővebb ismertető
Wer den Koffer für eine Reise nach Rostock packt, denkt dabei sicher zuerst an das Meer oder an den neuen Überseehafen mit seinen kleinen und groBen Pötten aus aller Welt, an dröhnende Werften, an Segelboote, alte Hansekoggen, gotische Giebel, Strandkörbe oder vielleicht an steifen Grog in Seemannsklausen. Alles das finden Sie wirklich in Rostock. Und Ihre Vorstellungen nehmen bald in tausendfáltigen Einzelheiten Gestalt an, wenn Sie erst einmal am Ziel sind und die über 760jáhrige Hafenstadt entdecken. Wir möchten Ihnen dabei Gesellschaft leisten. Bevor wir jedoch mit unserem Streifzug beginnen, soliten wir von Rostock wissen, daB es die gröBte Stadt im Norden unserer Republik ist, die ihre heutige Bedeutung vor allém in den letzten Jahrzehnten erlangte. GewiB hat Rostock seine Geschichte, eine bewegte, mit vielen Licht- und Schattenseiten. Wenn heute von vergangenem Glanz die Rede ist, dann sind damit die Jahre nach der Entstehung der Hanse um die Mitte des 14.Jahrhunderts gemeint. Die Hanse war zunáchst eine Kaufmannsgenossenschaft, dann eine stádtische Interessengemeinschaft des Handelskapitals in der Periode des Feudalismus in Nordeuropa, in der sich zeitweilig weit über lOOHáfen und Reichsstádte zusammengeschlossen hatten. Diese lebten hauptsáchlich vom Handel und von der Seeschiffahrt. Es war die Zeit der reichen Kaufieute, der unternehmungslustigen Reeder und tüchtigen Kapitáne. Ihre historische Bedeutung liegt vor allém darin begründet, daB sie den Warenaustausch zwischen Ostund Westeuropa organisierten und vermittelten. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde dieser Bund die unbestrittene Handelsvormacht des Nordens. Die Hafenstadt Rostock záhlte dazu, sie erstarkte und erblühte. Stolze Rat- und Kaufmannsháuser, hohe Kirchen mit blanken Kupferdáchern und wuchtige Toré wuchsen empor. Aber der gröBte Teil der stádtischen Bevölkerung lebte auf der Schattenseite, in kleinen Katen, primitiven Buden oder in feuchten, ungesunden Kellem. Das Los der unteren Schichten wurde nach dem Zerfall der Hanse im 17. Jahrhundert noch trostloser. Rostock versank immer mehr in Bedeutungslosigkeit und Rückstándigkeit. Der um die letzte Jahrhundertwende geprágte Ausspruch, wenn eines Tages die Welt untergehen sollte, geschieht es in Mecklenburg fünfzig Jahre spáter, traf genauso auch für Rostock zu. Zukunftsweisend alléin war in dieser Zeit das unermüdliche Wirken der organisierten Arbeiterklasse, die - denkt man an ganz Mecklenburg - hier am stárksten konzentriert war. Vorerst aber lieB sich der weitere Niedergang nicht aufhalten. Der von den deutschen Faschisten entf achte zweite Weltkrieg verschonte auch die Stadt im Norden nicht. Britische Bomber klinkten ihre tödliche Last über den gotischen Giebeln an der Warnow aus. Viele Menschen kamen ums Leben. 40 Prozent der Stadt fielen in Schutt und Asche, darunter fast 15000 Wohnungen, das Theater, Baudenkmáler, Schulen und Krankenháuser. Mit dem Einmarsch der Rőten Armee in Rostock am 1. Mai 1945 begann für die alte Hansestadt eine neue Zeit, ein noch nie dagewesener Aufschwung. Die Partei der Arbeiterklasse und die Regierung der DDR sahen es als eine der wichtigsten Aufgaben an, im nur schwach industrialisierten Norden ein starkes ökonomisches Zentrum zu schaffen und die alte Rückstándigkeit in ganz Mecklenburg zu beseitigen. In dem gröBten Betrieb des Nordens, der fast hundert Jahre altén Neptunwerft, war die Produktion bereits wieder in Gang gesetzt, daneben entstand in RostockWarnemünde auf Sumpf und Ödland die Warnowwerft, die sich bald zum gröBten Schiffbaubetrieb unserer Republik entwickeln sollte. Viele Facharbeiter, aber auch ungelernte Kráfte siedelten sich in Rostock an. Der Schiffbau erhielt sowjetische GroBauftráge, von denen die Rostocker Werftarbeiter früher nicht zu tráumen wagten. Bald bauten die Rostocker Werften Hochseefrachter für viele Lánder der Welt. Die Bezirksstadt im Norden entwikkelte sich zu einem leistungsfáhigen Schiffbauzen-