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VORWORT
Der Weltkrieg ist wie ein alles niederwuchtender Sturm über die Menschheit hingebraust.
Seitdem sind beinahe zwei Jahrzehnte vergangen, und unser Erdteil hat sich aus einem Totenhaus in ein Sanatorium verwandelt; er ist in einer ständigen Umwälzung durch drückende Theorien und Genesungsformeln begriffen, ohne Ruhe zu finden. Wer vermöchte zu sagen, wie lange dieser Zeitraum molekularer Erschütterungen des greisen Europa noch dauern wird und welche Überraschungen uns die Zukunft vorbehält? Wie bei allen Erschütterungen hat jedoch auch in dem jetzigen Sturz ein Gesetz der Gesundung Wege zu bahnen versucht, indem es auf den Trümmern eine neue Lebensordnung aufbaute. Der Gedanke völkischer Zusammengehörigkeit, der im Ablauf des 19. Jahrhunderts manche Änderungen der Karte des Abendlandes veranlaßte, hat nunmehr seinen Siegeszug fortgesetzt, Staatsgrenzen im Sinne völkischer Ganzheiten schaffend. Ein ohnehin stark verspäteter Akt historischer Gerechtigkeit woirde dadurch verwirklicht, so daß die Lebensbeziehungen eines Teiles der Welt nunmehr auf normalere Weise gediehen. Daß sich in dieser Neuordnung Tastversuche und Fragen finden, die noch keine Antwort erhielten, ist eine selbstverständliche Erscheinung; jedes Lehrbuch der Geschichte kann uns beruhigende Aufschlüsse durch ähnliche Kapitel aus andern Zeiten und Weltteilen liefern.
Rumänien mit seinen heutigen Grenzen ist das Ergebnis dieses Endzustandes einer geschichtlichen Entwicklung, durch das es sein Daseinsrecht beglaubigt und sich in eine der großen elementaren Wahrheiten gemeinsamer geistiger Erbgüter einreiht.
Die Aufgabe dieser Zeilen ist es, wenn auch nur flüchtig, einige Erklärungen für ein Buch zu geben, das unbedingt daseinsnahe, durch Lichtbilder die echte Wirklichkeit eines Volkes darstellt, und zwar jenseits jeglicher subjektiven Erfindung, jenseits irgendwelcher eigennütziger Kommentare aus der Werkstatt eines Schriftstellers. Der Lichtbildplatte mit ihrer aufrichtigen Wiedergabe malerischer rumänischer Landschaft und Volkseigenart wird es eher als diesen Seiten gelingen, anschauliche Bilder aus dem Lebensrahmen eines Landes zu bieten, das in seiner heutigen Gestalt wohl neu geschaffen ist, aber aus dem starken Nachhall seiner Vergangenheit schöpft.
Nur als Ergänzung zu diesen Bilddokumenten sollen das Geheimnis rumänischen Wachstums und die allgemeinen Züge unserer Gegenwart beleuchtet werden.
Oft werden sich fragende Blicke des Abendlandes nach der geographischen Lage und Bodengestaltung des Landes richten. Der Dichter Eminescu, gleichzeitig unser überlegenster Denker, dessen Genius seine Flügel in all den Schmerz vergangener Jahrhunderte tauchte, hat in einem einzigen Vers eines erschütternden Gedichtes die Reichweite des rumänischen Volkstums zusammen-
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