Bővebb ismertető
Entdeckung_ Wenn man in unseren Tagén die starke Anziehungskraft der Sachsischen Schweiz betrachtet, den riesigen Touristenstrom, dann möchte man kaum glauben, daB das Gebirge als Reiseziel erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts entdeckt wurde. Zu den ersten, die die Felswildnis zu ihrem Vergnügen aufsuchten, záhlten viele Dresdner Maler. Als Adrián Zingg das Gebirge sah, war er entzückt. Seinem Freund Anton Graff ging es ebenso. Zwei noch junge, aber schon berühmte Schweizer Künstler, der eine Kupferstecher, der andere Portratmaler, waren sie 1766 an die drei Jahre zuvor gegründete Dresdner Kunstakademie berufen worden. Von ihrer neuen Wahlheimat aus sahen sie ostwárts, etwa einen Tagesmarsch entfernt, ein Gebirge liegen. Es zeigte ein merkwürdig abgeflachtes Panorama, ohne eigentliche Gipfel. Auch schien es keinen ordentlichen Namen zu habén; die einen nannten es MeiBner Hochland, andere die Heide über Schandau oder sonstwie. Wen immer sie fragten, die Dresdner Bürger wuBten über diese Gegend kaum mehr, als daB die kursáchsischen Fürsten dort jagten, und daB von dorther die Sandsteine kamen, auf Schiffen. Was sollte man in so einer Wildnis? Sie zogen zu FuB los, das Skizzenbuch unterm Arm, die Elbe aufwárts zunáchst bis Pirna, dessen Stadtbild ihnen von einer altén Topographie des Kupferstechers M.Merian bereits vertraut war, dann weiter ins Gebirge hinein, das ihnen alles andere als vertraut war. Sie erblickten eine Vielzahl von nie gesehenen Motiven, eine Landschaft aus dunklen Schluchten und bizarren Felsen, voller Gegensatze zwischen Dramatik und Idylle, die ihr romántisches Empfinden aufs höchste anreizte. Auch ihre Schüler führten sie in das neuentdeckte Malerreich. Von Zingg und Graff sind zahlreiche Gebirgsansichten und viele seitenlange Briefe erhalten. Mit der Romantik war eine Blütezeit der Privatkorrespondenz angebrochen. Bogén über Bogén wurden gefüllt, um mit den neuen Gefühlen, die dem erstarkenden bürgerlichen SelbstbewuBtsein entsprangen, und mit dem daraus entstandenen überschwenglichen Mitteilungsbedürfnis fertig zu werden. So wissen wir aus dem Schriftwechsel der beiden Maler, wie entzückt, ja, geradezu überwáltigt sie angesichts dieser eigenartigen Gebirgsnatur waren. In vielem erinnerte sie die sáchsische Felsenlandschaft an ihre Schweizer Heimat; zur Unterscheidung schrieben sie von der Sachsischen Schweiz. Mit groBer Wahrscheinlichkeit dürfen wir daher die Namensfindung den beiden Künstlern zuschreiben. Um die Jahrhundertwende tauchten háufig andere Namen, wie Sandsteingebirge oder Elbsandsteingebirge auf, - Bezeichnungen, die mehr den geologischen und geographischen Charakter der Landschaft treffen. Aber wie sehr sich wissenschaftliche Kreise im 19. und 20. Jahrhundert auch bemühten, für das Gebirge einen nüchternen Namen durchzusetzen,umden schwármerischen aus der Welt zu schaffen - dieser eine behauptete sich. Was jedoch dem sachsischen, etwa 400 Quadratkilometer groBen Anteil des Sandsteingebirges recht war, war dem böhmischen biliig. Das ungefahr 300 Quadratkilometer groBe Gebiet wurde Böhmische Schweiz benannt, oder tschechisch Ceské ávycarsko. Dazwischen verláuft die Staatsgrenze, die auf und ab über das Relief des Gebirges führt und in ihrem tiefsten Punkt von der Elbe, die bis zu ihrem Austritt aus Böhmen Labe heiBt. durchschnitten wird. Zwischen beiden Landschaften gibt es Unterschiede im Gebirgscharakter, im Klima, in der historischen Entwicklung und anderen Erscheinungen. Doch zwischen beiden finden wir auch einen Bindestrich: Sáchsisch-Böhmische Schweiz oder Böhmisch-Sáchsi-