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Wenn der hymnische Chor der Glocken die Luft über der Stadt ausschüttelt wie ein faules Láger; wenn nach einem singenden Tag die Sonne ruhevoll zu Schlafe geht und ihre "Wolken in helles Rot tunkt, dem Lackmuspapier gleich, das alles Saure aufgenommen hat, wie wir's als Kinder gelernt habén; wenn Ianghin die graue Kantilene des Regens erklingt; oder gar die Berge über Nacht wei8 geworden sind und sich eine kiihle Hand auf die Brust legt: - immer gilt der Vers, den Salzburgs groBer Dichter, Georg Trakl, hinterlassen hat: Hoch im Blau sind...
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Wenn der hymnische Chor der Glocken die Luft über der Stadt ausschüttelt wie ein faules Láger; wenn nach einem singenden Tag die Sonne ruhevoll zu Schlafe geht und ihre "Wolken in helles Rot tunkt, dem Lackmuspapier gleich, das alles Saure aufgenommen hat, wie wir's als Kinder gelernt habén; wenn Ianghin die graue Kantilene des Regens erklingt; oder gar die Berge über Nacht wei8 geworden sind und sich eine kiihle Hand auf die Brust legt: - immer gilt der Vers, den Salzburgs groBer Dichter, Georg Trakl, hinterlassen hat: Hoch im Blau sind Orgelklange." Wer Ohren hat, zu hören, der lausche der lautlosen Harmonie, wer Augen hat, der schaue die Herrlichkeit der blitzenden Türme, der blühenden Stadthügel, des wie eine Yiper flinken Flusses und der erhaben tönenden Bergkulisse dahinter. In der gespráchigen Dammerung wandle er das Salzachufer aufwarts unter langmütigen Kastanien, wende den Blick zurück auf eine Stadt, wie sie schöner nicht gedacht werden kann. Die, von Rede und Widerrede der Jahrhunderte geformt, zu einer Symphonie aus Natúr und künstlerischem MaB geworden ist. Hoeh im Blau sind Orgelklange. In frühen Erdzeitaltern bedeckte ein sagenhafter See den nördichen Teil des Salzburger Landes; damals, in den Zeiten der frühen Kreide, ragten aus ihm schon die Stadtberge von Salzburg und der fromme Plainer Hügel hervor. Sie hörten das verschollene Platschern der "Wasser, den Ruf der Unken in trüber Melancholie, das seufzende Schlürfen gewaltiger Urwelttiere. Ein brauner, fahriger Mond tauchte allmonatlich in den Fluten unter, gierige Geier umkreisten sie, auch ertönte das erste Vogellachen in dichten Waldern. Die liebliche Legende von Franz Solanus weiB zu berichten, diesem heiIigen Manne sei auf seinem Sterbebett eine seltene Wohltat zuteil geworden: Wolken von Vögeln hatten sich vor seiner Einsiedelei versammelt, seien um sein müdes Haupt geflattert, seien zutraulich am Bettrand gesessen, um ihm mit ihrem rosigen Gesang die letzten Stunden zu verschönern; nuBbraune Drosseln darunter, der Buchfink, Rotkehlchen, Lerchen und Ammer, ja der gelbe Harzer habe nicht gefehlt, der in die abfallenden Kadenzen seinen triumphalen Lobgesang geworfen habe, wogegen eine schneeweiB gefiederte Amsei von ganz weit her, dem Auge nicht mehr zu erreichen, ihre selig schluchzenden Triller ge-

Termékadatok

Cím: Salzburg [antikvár]
Szerző: Erik G. Wickenburg
Kiadó: Kunstverlag Wolfrum
Kötés: Félvászon
Méret: 170 mm x 200 mm
Erik G. Wickenburg művei
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