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Ankunft und Orientierung
„In Salzburg kommt man gut an", meinte Hermann Bahr einmal scherzhaft. Und tatsächlich: es gibt kaum eine Stadt, in der man besser, höflicher empfangen von der landschaftlichen Umwelt, ankommen könnte. Man mag sich dem Mittelpunkt nähern von welcher Seite immer, stets wird man im anmutig bewegten Bilde etwas von beziehungsvoller Vorbedeutung zu spüren bekommen. Die Gegend schließt sich zusammen. Vom Süden her das Sal-zadital, vom Osten und Nordwesten Mittelgebirge und Hochebene. Der Gaisberg beherrscht vorerst das Blickfeld. Kommt man näher, rückt er beiseite. An seine Stelle tritt die prachtvolle Silhouette der Hohensalzburg. Ihre Form ist stets wunderbar, breit oder schmalgeschnitten, mit leichter, eleganter Kurve, je nachdem, von welchem Punkt aus wir sie bebetrachten. Jedem bleibt ihre phantasievolle Eigenart unverrückbar im Gedächtnis. In einer fremden Stadt angekommen, pflegte Goethe erst einen hohen Turm zu besteigen, um vor allem anderen eine geordnete Übersicht über den Ort zu bekommen. Salzburg verfügt zwar nicht über einen geeigneten „Orientierungsturm" nach Goetheschem Vorbild. Dafür besitzt es drei unübertreffliche natürliche Aussichtswarten, mitten in der Stadt, den Festungsberg, den ihm zugehörigen, nur etwas niedrigeren Mönchsberg und den Kapuzinerberg. Die Hohensalzburg ist mit einer bereits ehrwürdig gewordenen, vor kurzem jedoch gründlich modernisierten Drahtseilbahn (nicht mit Kraftwagen!) von der Festungsgasse aus rasch zu erreichen, das Mönchsbergplateau, bequemer noch, mit dem Personenaufzug von der zentral gelegenen Gstättengasse aus; doch führen auch gut gehaltene Fußpfade von verschiedenen Punkten der Stadt aus zur Höhe. Nur der Kapuzinerberg auf der rechten Flußseite hat bis jetzt auf alle mechanischen Aufstieghilfen weise verzichtet. Er ist darum der Einsamste geblieben, ein wahres Buen Retiro für ruhesuchende Fußwanderer und stille Enthusiasten, denen die zauberhafte Anmut des Basteiweges freudige Überraschungen zu bieten vermag. Von oben betrachtet ergibt sich sofort die naturbestimmte Gesetzhaftigkeit des eigenartigen Stadtbildes: Form und Geschick Salzburgs werden durch die beiden Hügelzüge bedingt, die auch den Lauf der sie durchströmenden Salzach herrisch bestimmten. Der Fluß aber, genau von Süden kommend, zwängt sich mit eleganter Biegung nordwestlich zwischen Festungsberg und Kapuzinerberg, um die Enge beim entgegengesetzten Abfall des Mönchsberges in die