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Salzburg [antikvár]
 
Salzburg - Stadt und Land Bildreich, verehrter Leser, will dieses Buch von einer Stadt und einem Land erzählen, wie es mit Absicht auch im Untertitel zu lesen steht; sie tragen den gleichen Namen, aber das ist eben noch immer nicht weltweit bekannt, obwohl die Namensgleichheit seit mehr als tausend Jahren besteht. Bonifatius gründete 739 anläßlich der Neuordnung des baierischen Kirchenwesens die Diözese Salzburg, Papst Leo III. erhob sie 798 zum Erzbistum. Früher einmal hieß die Stadt am Fuße der Alpen Juvavum, als die Römer hier...
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Salzburg - Stadt und Land Bildreich, verehrter Leser, will dieses Buch von einer Stadt und einem Land erzählen, wie es mit Absicht auch im Untertitel zu lesen steht; sie tragen den gleichen Namen, aber das ist eben noch immer nicht weltweit bekannt, obwohl die Namensgleichheit seit mehr als tausend Jahren besteht. Bonifatius gründete 739 anläßlich der Neuordnung des baierischen Kirchenwesens die Diözese Salzburg, Papst Leo III. erhob sie 798 zum Erzbistum. Früher einmal hieß die Stadt am Fuße der Alpen Juvavum, als die Römer hier eine über lange Zeit blühende Handelsstadt erbauten, die freilich in Spätantike und Völkerwanderung ruhmlos unterging. Noch früher siedelten hier Kelten, aus deren Wortschatz vermutlich auch der bis heute unerklärbar gebliebene römerzeitliche Ortsname Juvavum stammt. Und wenn wir noch weiter zurückblicken wollen, gelangen wir an Hand der Bodenfunde bis in die ältere Steinzeit; erst dann wird es endgültig dunkel. Über Salzburg sind unzählige Bücher geschrieben worden; mit dem Schreiben haben schon die Mönche des frühen Mittelalters begonnen, sodaß wir über die Geschichte des Erzstiftes, seine Entstehung und wechselvolle Entwicklung zu einem geistlichen und zugleich weltlichen Staat eigentlich recht gut unterrichtet sind. Die zäh verfolgte, immer wieder von Rückschlägen bedrohte Politik der Erzbischöfe, die ausgestattet waren mit höchsten Würden und Ehren, gipfelte in der geistlichen Vorrangstellung Salzburgs als dem ,,deutschen Rom", und im weltlichen Rang eines reichsunmittelbaren Fürstentums. Verfolgt man die Geschichte genauer, taucht immer wieder die - im übrigen höchst müßige - Frage auf, was geworden wäre, wenn . . . Wenn zum Beispiel Arno, Salzburgs erster Erzbischof (785—821), nicht ein so intimer Freund Karls des Großen gewesen wäre, daß dieser ihn großzügig mit Privilegien ausstattete, wodurch Salzburg auf den Weg zu einem geistlichen Fürstentum gelenkt wurde, wenn die reichen Salz- und Erzlager, die als uneinnehmbar geltenden Befestigungen, die politisch meist überaus klugen Erzbischöfe nicht zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit, weltlicher Macht - und die hier wirkenden geistigen Größen und Künstler nicht zu kultureller Blüte verholfen hätten? Und was ist es? Ein lebendig gebliebener Schatz mitteleuropäischen Kulturgutes, ein Land voll unversehrt erhalten gebliebener Naturdenkmäler, ein weltoffenes Kleinod der Alpen im Herzen Österreichs. Eines freilich ist gewiß: Bei aller Vemeigung vor geschichtlicher Größe und künstlerischem Ruhm hat denn doch die Natur erklecklichen Anteil an dem Bilde Salzburgs, mit dem es sich heute darstellt, von den Malern und Dichtern der Romantik einstens verkündet und überschwenglich besungen, von seinen Bewohnern geliebt, von den Gästen zu ihrer eigenen Bereicherung erlebt. Am eindrucksvollsten geschieht dieses Erleben der geographischen Eigenart Salzburgs in der Richtung von Norden nach Süden. Aus dem lieblichen Hügelland, von den Seen, aufgestaut hinter den Endmoränenwällen geschmolzener Eiszeitgletscher, über das Salzburger Becken und die Voralpen hinweg steigt es kühn zu den Gebirgs-blöcken der nördlichen Kalkalpen - und über die grünen Kuppen der Schieferberge zur Hoch-gebirgswelt und zum ewigen Eis der Hohen Tauern hinan. Durch zwei Täler, Salzach und Saalach flußaufwärts, erschließt sich dieser vielgestaltige Charakter des Landes. Und wer in unserer raschlebigen Zeit noch die Muße dazu aufbringt, könnte immerfort anhalten und von Wegstück zu Wegstück die Sehenswürdigkeiten beschauen, die der Reiseführer ihm nennt: einmal eine Burg, ein Schloß, eine Ruine, einmal eine Kirche, eine Kapelle, ein Marterl am Rain, ein römischer Meilenstein oder ein Denkmal zu Ehren der Landesverteidigerin den Napoleonischen Kriegen, bald Gletscherschliffe, prähistorische Fundstellen, dann wieder und überraschend oft Klammen und

Termékadatok

Cím: Salzburg [antikvár]
Kiadó: Pinguin Verlag-Umschau Verlag
Kötés: Vászon
Méret: 210 mm x 260 mm
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