Bővebb ismertető
ob Salzburg die schöne Stadt ist, wie der Dichter Georg Trakl sie preist, oder eine der sdiönsten, wie der weitläufige Gelehrte Alexander von Humboldt urteilt, soll nicht allzusehr zu denken geben; vor allem den vielen nicht, die hier einfach glüdclich sind, sinneseins mit ihrem römischen Zeugen und Vorbewohner, der in das Mosaik, das unter dem heutigen Mozartplatz gefunden wurde, die Zeile hat setzen lassen, daß hier das Glück wohne und nichts Übles eintreten möge. Vielleicht hat der Mann dabei nur an sein Haus gedacht, nicht eigentlich an die Stadt, an Juvavum, die Kaiser Claudius (4154) als erste am Nordrande der Alpen zum Munizipium erhoben hatte. Aber eine Stadt, der die Wissenschaft einräumt, sie sei Jupiter zumindest beiläufig namensverwandt, wird das Glück nicht einzig in jenem Hause wohnen gehabt haben, wie es denn, auf die Summe der Jahrhunderte gesehen, auch unter dem christianisierten Himmel wohnen geblieben ist. Freilidi wird solch großzügige Auslegung eines Gesdiickes audi mancherlei Unheil, Niedergang und Not unterzubringen haben, aber die Geschichte eines Gemeinwesens, das in zweitausend Jahren seines Bestehens oft generationenlang von keinem Krieg gesengt und gebrannt, dessen Festung nie durch kriegerische Mittel eingenommen worden war, darf vergleichsweise doch wohl begünstigt heißen. Zudem wird man schon den frühesten Bewohnern nicht nachsagen können, daß sie sonderlich auf Händel bedacht waren in ihrem illyrisdien oder keltischen Gemüt, sie mochten froh sein, auf dem Rainberg und dem Kapuzinerberg und den sonnigen Uferterrassen der Salzach das Ihre unangefochten im Trockenen zu haben inmitten all der moorigen und feuditen Unwirtlichkeit rings. Die Römer, weniger empfindlich was Schatten und Feuchte betrifft, bauten nach der Eroberung Norikums (15 v. Chr.) zwischen Mönchsberg und Salzadi und noch einiges jenseits des Flusses Juvavum als reine Zivilstadt, ohne Legionärslager und Kastell, aber mit Jupiters Segen. Anderthalb Jahrhunderte später, gegen die Markomannen, wäre allerdings ein Kastell nützlicher gewesen. Die Stadt ist wohl wieder zu Atem gekommen, jedoch nicht mehr zu gleicher Kraft, allein wahrscheinlich zu zehn Generationen Frieden, ehe sie mit dem Römischen Reich im fünften Jahrhundert dahinsank. Bis zur Ankunft des fränkischen Missionars Rupert (um 696) lassen die Historiker unsere Gegend für zweihundert Jahre stark bewaldet und finster sein. Manche gestehen zwar der Wildnis einige Besiedlung zu,