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Bauwerk, bildwerk und gartenwerk traten im spätbarock zu einemGesamtkunstwerk zusammen, in dem der Schloßbau Keim und Kern, Anfang und Trägerder Bedeutung ist. So rückte die Architektur noch einmal in das Zentrum eines umfassenden Kunstprogramms, welches auch den Schwesterkünsten ihren Anteil und ihren Ort zuwies. Versailles wurde und blieb der Grundtypus für dieses spätbarocke Kunstensemble, der die gesteigerten Ideen des absolutistischen Machtbewußtseins in die Großheit von Raumdispositionen der Gärten übersetzte, ehrgeizig bedacht, alles in die Repräsentation der feudalen Staatsmacht ein-zubeziehen. Die Fürsten Europas, ob groß oder klein, folgten dieser volltönenden Verlockung; sie wurden von einer wahren Bauleidenschaft erfüllt, die besonders in Deutschland nach dem Dreißigjährigen Krieg lang gestaute Kräfte mächtig ergreifen sollte.Auch Friedrich II. von Preußen wurde von dieser Bauleidenschaft erfaßt, in der sich der Machtwille des Absolutismus manifestierte. Bei seinem Regierungsantritt im Jahre 1740 kam er vergleichsweise erst spät ans Werk, die bildende Kunst in das königliche Kulturprogramm der Staatsrepräsentation aufzunehmen. Er begann sehr nachdrücklich damit, als er das Forum Friderizianum, das sich aus Schloß, Opernhaus und Haus der Wissenschaften zusammensetzen sollte, an die Straße Unter den Linden in Berlin stellen wollte, mitten in die Stadt, an deren Hauptstraße, die überdies den Raum der Anlage durchschneidet. Mit diesem völlig neuen Kulturprogramm war das Staatsrepräsentative in eine mehr persönliche ästhetische Struktur um-5