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SCHLOSS RUNKELSTEIN BEI BOZEN UND SEINE WANDGEMÄLDENoch heute freut's mich, o Runglstein, Daß einstmals zu guter Sfunden In der Talfer felsenges Tal hinein Zu Dir den Weg ich gefunden Joseph Viktor v. Scheffel.Es war die Zeit der Romantik, die das langsam verfallende Gemäuer der am Eingang ins Sarntal auf einem Porphyrfelsen hoch über der Enge der Talferschlucht thronenden Burg wiederentdeckt hat. Joseph von Görres machte nach einem Besuch von 1840 als erster auf den "Wert der altdeutschen Malereien" an den Wänden von Runkelstein aufmerksam. 1833 und 1841 besuchte König Ludwig 1. von Bayern, begleitet von Fachleuten, 1836 sein Sohn, König Otto von Griechenland, 1843 Erzherzog Johann das romantische Schloß.Vielleicht am bekanntesten aber wurden die Schönheiten von Runkelstein durch Joseph Viktor von SchefTel, der 1855 zusammen mit Anselm Feuerbach hinaufgepilgert war und sich dann, wie eingangs vermerkt, in einem fröhlichen Liedlein vernehmen ließ. Während Meister Anselm sein Büchlein zog und skizzierte, setzte sich Scheffel, wie er selbst in seiner Ve-netianischen Epistel" vom 18. Juni 1855 erzählt, in einem Erkerfenster fest, ließ einen Trunk Weines kommen und trank einen mächtigen Sdhluck zu ehrendem Angedenken des Ritters Vintler, der kurz vor des Mittelalters Torschluß sich hier das Köstliche und Unvergängliche der Vergangenheit in stattlichem Denkmal erhalten und seinen Geist am Sang der alten Meister erquickt hat.Das damals im Besitz des Hochstifts Trient befindliche Schloß verfiel freilich immer mehr. 1868 stürzte sogar die Nordmauer des Vintlertraktes in die Talfer