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Schwarzwald. Sich in den dunklenWaldungen zu verlieren und obenauf der lichtüberfluteten Kammli-nie wiederzufinden. Hinabzuklet-tern und aufzusteigen, das Naheliegendeim Blick und die Ferne.Er gilt als typisch deutsche Landschaft. Ja,fast ist er zum Inbegriff unseres Landesgeworden. Warum dies so ist, kann nurmit den Gefühlen erklärt werden, die derSchwarzwald bei uns und jenseits derGrenzen wachruft. Und - seltsam - wenn-gleich der schwarze Wald doch eher ab-weisend klingt und voller Dunkelheit, sosind die Stimmungen und Erinnerungen,die wir mit ihm verbinden, meist ange-nehm und harmonisch.Auf unsere Vorfahren freilich wirkte die-ses riesige Waldgebirge abstoßend undabweisend. Ob Kelten oder Römer, Ala-mannen oder Franken: sie alle umgingen,wenn möglich, die undurchdringlichenWälder und schreckten Jahrhunderte hin-durch vor der Besiedelung der wuchtigenBergketten und gebuckelten Hochebenenzurück. 763 wird er in den historischenQuellen zum erstenmal Silva Nigra" ge-nannt, Swarzwald" heißt er auf deutschseit 868.Ich empfinde diesen Namen als völlig ir-reführend. Denn schwarz wirkt er nur ausgroßer Entfernung, im grellen Gegenlichtoder nachts. Und ein geschlossenes Wald-gebiet wie zur Römerzeit ist er auch längstnicht mehr. Vielmehr ist er von Vielfalt ge-prägt: Wald und Weide, Wiese und Was-ser, Natur- und Kulturlandschaft in ei-nem. Ein Gebiet, wie geschaffen, es zuerfahren; nein, besser: zu erwandern.