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Bill Harris - Schweiz [antikvár]
 
Erste Seite: Splügen, ein malerisches Dorf im Kanton Graubünden. Vorangegangene Seite: Ein herrliches Panorama der berühmten Alpenlandschaft unweit des Säntis in der Nord-ostschweiz. Bei der Schweiz fällt einem in der Regel als erstes ihre unbedingte Neutralität ein in einer Welt, in der fast alle übrigen Länder offenbar ständig danach trachten, andere zu vernichten. Das Nationalsymbol dieses Landes aber, das geradezu zum internationalen Symbol des Friedens wurde, ist eine Armbrust. Man begegnet ihr überall, vom großen Käserad...
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Erste Seite: Splügen, ein malerisches Dorf im Kanton Graubünden. Vorangegangene Seite: Ein herrliches Panorama der berühmten Alpenlandschaft unweit des Säntis in der Nord-ostschweiz. Bei der Schweiz fällt einem in der Regel als erstes ihre unbedingte Neutralität ein in einer Welt, in der fast alle übrigen Länder offenbar ständig danach trachten, andere zu vernichten. Das Nationalsymbol dieses Landes aber, das geradezu zum internationalen Symbol des Friedens wurde, ist eine Armbrust. Man begegnet ihr überall, vom großen Käserad bis hin zur Schokoladenschachtel. Es ist aber keine gewöhnliche Armbrust. Es ist eine Armbrust, wie Wilhelm Teil sie hatte. Die Anfänge der Geschichte des Landes, ob wahr oder nicht, hegen im 11. oder 12. Jahrhundert, als die Schweizer von deutschen und österreichischen Adligen regiert wurden. 1291 unterzeichneten drei der Schweizer Kantone, Uri, Unterwaiden und Schwryz, nach dem die heutige Schweiz benannt ist, einen Geheimpakt, in dem sie sich gelobten, für ihre Unabhängigkeit von den österreichischen Habsburgern zu kämpfen, deren Vorfahren übrigens selbst Schweizer waren, was sie jedoch nicht daran hinderte, die Schweizer zu unterdrücken. Es war ein stiller Kampf, aber er machte doch den österreichischen Landvogt, einen Tyrannen namens Gessler, nervös, und er beschloß, die Loyalität der Bevölkerung auf die Probe zu stellen. Es war eine leichte Prüfung, die jeder mit einem Augenzwinkern oder gekreuzten Fingern hätte über sich ergehen lassen können, denn Gessler verlangte lediglich von jedem eine symbolische Handlung: Wer in Altdorf den Marktplatz überquerte, sollte sich vor einem an einen Pfosten genagelten Hut verbeugen und seinen Hut ziehen. Ein Bürger von Uri aber, der Bogenschütze Wilhelm Teil, war zu beidem nicht bereit, und als er eines Tages an diesem provisorischen Symbol der österreichischen Herrschaft vorüberging und den Hut auf dem Kopf behielt, wurde er verhaftet und vor den Landvogt gebracht, dem er sein Verhalten erklären sollte. Aber selbst vor diesem Mann, der sich als sein Herr aufspieke, weigerte sich Teil, den Hut abzunehmen, und der erzürnte Gessler verurteilte ihn dazu, für diesen Affront einen Apfel vom Kopf seines Sohnes zu schießen. Als der Schütze diese Strafe einlösen wollte, hatte er jedoch zwei Pfeile bei sich. Mit dem einen teilte er den Apfel sauber in zwei Hälften, ohne seinem Sohn auch nur ein Haar zu krümmen. Als Gessler ihn fragte, was er mit dem zweiten Pfeil wolle, antwortete ihm Wilhelm Teil, er habe vorgehabt, den Landvogt selbst zu töten, falls sein Sohn bei dem Apfelschuß ums Leben gekommen wäre. Gessler klagte Teil wegen eines Mordanschlags an und ließ ihn in Ketten auf ein Boot führen, das ihn über den Vierwald-stätter See ins Gefängnis bringen sollte; dort sollte er den Rest seines Lebens zubringen. Doch kaum hatte das Boot mit dem Landvogt, den Wachen und dem Gefangenen vom Ufer abgelegt, da erhob sich ein gewaltiger Sturm. Die Soldaten, die wußten, daß Wilhelm Teil mit einem Boot ebenso geschickt umgehen konnte wie mit der Armbrust, baten den Landvogt, dem Gefangenen die Fesseln abzunehmen. Dieser entsprach ihrem Wunsch, Teil brachte das Boot unter seine Kontrolle und hielt auf das Ufer zu. Doch kurz vor dem sicheren Gestade sprang er mit PfeU und Bogen bewaffnet über Bord, verschwand im Wald und ließ die Österreicher selbst um ihr Leben rudern. Gessler, so stellte sich heraus, hatte nicht mehr lange zu leben. Am nächsten Tag wurde er bei Küssnacht aus dem Hinterhalt überfallen und mit demselben Pfeil erschossen, den Wilhelm Teil für ihn aufgehoben hatte. Solche Geschichten münden in der Regel in ein rührendes Ende: Das Volk schart sich hinter seinen Helden und vertreibt die Unterdrücker aus dem Land. Bei Wilhelm Teil ist das nicht der Fall. Er kehrte wieder zu seinem früheren Leben im Wald zurück und soll der Legende nach ein hohes Alter erreicht haben; seinen Tod fand er schließlich, als er versuchte, einen Knaben vor dem Ertrinken zu retten. Unterdessen war der verhaßte Gessler durch einen anderen Günstling der Habsburger ersetzt worden, und es änderte sich nicht viel, jedenfalls eine ganze Weile nicht. Doch der Pakt, den die Waldkantone geschlossen hatten, war noch in Kraft, und ein Dutzend Jahre, nachdem er von ihnen unterzeichnet worden war, zeichnete ihn der Kaiser in Wien gegen, und so hatten die drei Schweizer Kantone, zumindest auf dem Papier, ihre Rechte bestätigt bekommen. Im Jahr 1315 jedoch sah Herzog Leopold von Habsburg darin einen gefährlichen Präzedenzfall. Er schickte eine 20.000 Mann starke Armee aus, um die Stadt Schwyz zu zerstören und den Bergbewohnern zu zeigen, wer der Herr war. Das freilich war keine gute Idee. Als die Soldaten auf dem Feld von Morgarten einige Kilometer nördlich der Stadt eintrafen, wurden sie aus dem Hinterhalt von einer kleinen, aber wild entschlossenen Truppe angegriffen, die mit Hacken, Keulen und selbstgemachten Speeren bewaffnet war. Die Schlacht begann mit einer wahren Lawine aus Felsbrocken und entwurzelten Bäumen und endete mit einem panischen Rückzug der Invasoren. In Wien wußte man nun, wer der Herr in diesem Land war, das bis zu

Termékadatok

Cím: Schweiz [antikvár]
Szerző: Bill Harris
Kiadó: Belser Verlag
Kötés: Fűzött keménykötés
ISBN: 3763022082
Méret: 230 mm x 300 mm
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