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Conrad Streit - Schweiz/Suisse/Switzerland/Suiza Souvenir [antikvár]

Schweiz/Suisse/Switzerland/Suiza Souvenir [antikvár]

Conrad Streit

 
li'r, Die Schweiz - Insel im Herzen Europas Am 4. Dezember 1979 sorgte die Volkskammer des schweizerischen Parlaments, der Nationalrat, mit einem der heiligen Barbara würdigen Knalleffekt für Schlagzeilen. Sie wies eine Vorlage, die es der Schweiz ermöglichen sollte, im Frühling 1980 wie die übrigen Staaten Mittel- und Westeuropas die Sommerzeit einzuführen, zurück. Damit war die Möglichkeit vergehen, den Erlass innert nützlicher Frist in Kraft zu setzen, und man musste in Kauf nehmen, dass das Land mindestens einen...
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li'r, Die Schweiz - Insel im Herzen Europas Am 4. Dezember 1979 sorgte die Volkskammer des schweizerischen Parlaments, der Nationalrat, mit einem der heiligen Barbara würdigen Knalleffekt für Schlagzeilen. Sie wies eine Vorlage, die es der Schweiz ermöglichen sollte, im Frühling 1980 wie die übrigen Staaten Mittel- und Westeuropas die Sommerzeit einzuführen, zurück. Damit war die Möglichkeit vergehen, den Erlass innert nützlicher Frist in Kraft zu setzen, und man musste in Kauf nehmen, dass das Land mindestens einen Sommer lang zu einer «Zeitinsel» inmitten des Kontinents werde. Indessen - kommt die Schweiz nicht in gewisser Weise seit jeher einem Eiland gleich ? Es sei dabei nicht einmal so sehr an Zeiten der Not gedacht, da sie, selber von Sturmfluten wunderbarerweise verschont, Tausenden von Menschen als ersehntes Ziel vor Augen stand und ihnen in humanitärer Pflichterfüllung half, soweit sie es vermochte. Vielmehr erschienen und erscheinen auch in den Jahren des Friedens und der Prosperität ihre Berge, Täler und Seen manch einem als Hort der Ruhe fem von Unrast, Ärgernis und menschlichem Widerstreit, und dies weckte stets Gefühle behaglichen Sichlösens von äusserer Betriebsamkeit, ein Empfinden - buchstäblich und durchaus im guten Sinne — der Isohtion, des inselhaften Abgegrenztseins. Das Suchen nach Einsamkeit, nach unberührter Natur, beseelte übrigens schon jene Denker der romantischen Epoche, etwa Rousseau, dann Goethe, Byron usw., welche zu Recht unter die modernen Entdecker der schweizerischen Landschaft zu reihen sind. Diese Landschaft bestand schon zuvor. Es gab sie - in noch urtümlicher Form zwar - als Fischer und Jäger der mittleren Steinzeit kleine zeitweilige, später die ersten Ackerbauern und Viehzüchter grössere und beständigere Lichtungen, sozusagen Inseln im Wald und am Wasser schufen. Sie wurde zur Kulturlandschaft in umfassenderem Sinne, als keltische Volksstämme breit gerodete Fluren unter den Pflug nahmen, als die Römer ihre Gutshöfe errichteten, Strassen, Städte und Kastelle anlegten. Auch damals bildete das helvetische Mittelland, vor allem sein tiefer gelegener Teil, eine Art von langgestreckter, wohlbestellter und besiedelter Insel zwischen dem kaum erschlossenen Jura und den noch undurchdringlichen, nach Süden und Südosten gegen die Alpen ansteigenden Waldhöhen. Einzig die bedeutenden römischen Heeresrouten führten, als Verbindung zur Aussenwelt, aus ihr hinaus. Die Isolierung wich fürs erste während der Völkerwanderungsperiode. Fortan bestimmten, neben den zum Teil dezimierten, zum Teil sich ins Gebirge zurückziehenden kelto- und rätoromanischen Bewohnern neue Volksgruppen germanischen Geblüts die Szene: die Alemannen, die vom Rhein bis zum Bieler- 17 i m ¦, ¦ ; H' !! ' ¦ ¦ i ¦ I V . T iiiiiii'ÎÎ II Die französischsprachige Schweiz Von Ausländern wird oft die Frage aufgeworfen, weshalb man in diesem westlichen Landesteil leichter atme, warum Orientalen und Amerikaner, Afrikaner und Ostasiaten sich in Genf und Lausanne, ja selbst in Neuenburg und Freiburg sogleich zu Hause fühlen und sich hier weniger beobachtet, weniger fremd vorkommen. Liegt es an der französischen Zunge, dieser Literatursprache par définition ? Oder ist es das Klima, die mildere Luft, die Parklandschaft des Freiburgerund Waadtlandes, die solche Wunder vollbringen ? Ais Tagungsort von weltgeschichtlicher Bedeutung, Sitz des Roten Kreuzes und anderer internationaler Organisationen, dank zahlreicher Niederlassungen überseeischer Körperschaften und Institutionen hat die westschweizerische Metropole stets eine kosmopolitische Rolle gespielt. Genf hat immer in die Welt hinaus gewirkt. Von dort aus versuchte Calvin sein Heimatland Frankreich zu reformieren, womit eine der gewaltigsten Erneuerungsbewegungen der Geschichte mit unabsehbaren Folgen ihren Anfang nahm; in Ferney residierte Voltaire, das greise Haupt der Aufklärung, der auch Rousseau auf seine Weise diente, während sein Briefroman «La Nouvelle Héloise» entscheidend zur Geburt der Romantik, «Emile» zur Entwicklung moderner Erziehungsgedanken beitrug. Pestalozzi entfaltete seine Lehrtätigkeit zu Yverdon, woraus die Tradition westschweizerischer Erziehungsinstitute hervorging, die teilweise Weltruf erlangten und mittelbar den Fremdenverkehr begünstigten; auch das Wirken berühmter Ärzte, vorbildlich geführte Kliniken zogen Träger grosser und grösster Namen in diese gesegnete Gegend. Sie kehrten oft als Erholungsuchende wieder, nun aber in den Hotelpalästen von Montreux, Ouchy oder Genf absteigend. Und welchen Zauber übten die Ufer des Genfersees erst auf schöpferische und nachschaffende Künstler aus : viele weltbekannte Koryphäen des Konzertsaals, der Palette, der Leinwand Hessen sich in der Westschweiz nieder, deren unvergleichliche Naturstimmung Liszt und Tschai-kowsky, Madame de Charriere und George Sand in Bann gezogen hatte. Mit Frankreich und Italien gehörte die Schweiz, besonders der französischsprachige Landesteil, schon im achtzehnten Jahrhundert zum Programm des «Grand Tour» bildungsbeflissener junget Briten aus grossem Hause. Der Historiker Edward Gibbon lebte jahrelang in Lausanne; im Schloss Coppet hielt Madame de Staël ihren Musenhof, wo August Wilhelm Schlegel und Benjamin Constant die Ideen des Liberalismus und der Toleranz verkündeten, nachdem schon Goethe, Byron und Shelley die «intellectual beauty » des Genfersees besungen hatten. Noch tiefere Bezüge sind aufzudecken; denn zur französischsprachigen Schweiz gehört, zu Füssen der unberührten Waldlandschaft des Jura, der Neuenburger-

Termékadatok

Cím: Schweiz/Suisse/Switzerland/Suiza Souvenir [antikvár]
Szerző: Conrad Streit
Kiadó: Büchler
Kötés: Varrott keménykötés
ISBN: 3717001809
Méret: 240 mm x 200 mm
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