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Eine Stadt am See -sehens- und erlebenswert
Von mehr als einem halben Dutzend kleinerer und größerer Seen umgeben, ist sie eine der schönsten Städte unseres Landes: Schwerin. In waldreicher Gegend liegt die Stadt am Südwestufer des Schweriner Sees, des nach der Müritz zweitgrößten Binnensees zwischen Saßnitz und Suhl. So kann man Schwerin getrost auch Seestadt nennen. Aber das weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Schweriner Schloß hatte Feudaladel verschiedenster Schattierungen beherbergt und Schwerin zu einer Residenz- und Regierungsstadt gemacht. Und wo regiert wurde, gab.es auch viele Beamte, deshalb wurde Schwerin früher häufig auch als Beamtenstadt bezeichnet.
Als die neue sozialistische Staatsmacht das alte Mecklenburg zu industrialisieren begann, entstanden zwischen Zippendorf und Lankow zahlreiche Industriebetriebe. Sie ließen Schwerin zu einer jungen Industrie- und Großstadt werden. Freunde der darstellenden Künste eritmern gern an die jahrhundertealten Traditionen des Staatstheaters, das gerade in der Gegenwart mit niveauvollen Aufführungen in der ganzen Republik von sich reden macht, und nennen Schwerin eine Theaterstadt. Andere übertreiben nicht, wenn sie ihre Stadt ihrer musealen Kunstschätze und besonders ihrer Gemäldesammlung wegen als eine Stadt der schönen Künste vorstellen.
Fest steht jedoch wohl für jeden, der ein Rendezvous mit ihr hatte - Schwerin am See ist sehenswert, und viele werden hinzufügen, erlebenswert.
Die über 825jährige ist die älteste Stadt Mecklenburgs und die Zweitälteste deutsche Stadt östlich der Elbe. Eine lange feudalistische Vergangenheit, in deren Schatten sich die kapitalistische Gesellschaft spärlich entwickelte, und der nun schon fast vier Jahrzehnte währende sozialistische Aufbau haben das Antlitz Schwerins geprägt.
Pracht, aber auch Enge vergangener Jahrhunderte und moderne Neubaugebiete bestehen heute in Schwerin nebeneinander. Die Stadt ist eine bemerkenswerte Schönheit geworden, die allerdings nicht die Runzeln und Falten der Vergangenheit verbergen kann, denn zu lang war die feudalistische Epoche gewesen, als daß man die gewaltigen Gegensätze von Schlössern und Katen im Handumdrehen hätte überwinden können. Um die Runzeln und Falten schließlich alle zu glätten, wird auch m Zukunft noch viel Arbeit und kosmetische Phantasie nötig sein, wie sie Architekten, Denkmalpfleger und Bauleute bei der bisherigen Rekonstruktion der Altstadt und des Schlosses bereits an den Tag legten. Auch Boulevards haben im Zentrum das Gesicht der Stadt verändert. Aber die grundlegenden, sichtbaren Veränderungen vollzogen sich mehr am Rande der Stadt. Beschlossen vom V. und VIII. Parteitag der SED, entstanden hier in den fünfziger, sechziger und siebziger Jahren wichtige Betriebe. Schwerin vrarde beispielsweise mit seinen Ausrüstungen für Hochseefrachter und Fischereifahrzeuge zu einem geschätzten Partner der sich an der