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SECHSHUNDERT JAHRE SIGRISWIL 1347-1947Im heißen Sommer 1947 feierte die Gemeinde Sigriswii bei strahlendem Wetter das Jubiläum ihres sechshundertjährigen Bestehens. Die Feier galt in erster Linie dem Lob der Gemeindeautonomie, dem Hauptmerkmal des demokratischen Charakters unseres Landes. Es galt, die geschichtlich gewachsene Eigenart der Gemeinde sinnfällig zum Ausdruck zu bringen, um den Zusammenhalt der in ihr politisch, kirchlich und wirtschaftlich vereinigten elf Ortschaften zu festigen und zu vertiefen und darüber hinaus der weiteren Entwicklung der Dorfkultur zu dienen. Die 3920 Einwohner der Gemeinde leben, auf 55,38 km^ zerstreut, in den Dörfern Gunten, Merligen, Endorf, Sigriswii, Wiler, Aeschlen, Tschingel, Ringoldswil, Schwanden, Meiersmaad und Reust. Ungefähr 10000 Burger aber leben außerhalb der Gemeinde und sind über die ganze Welt verstreut, denn die Vitalität dieses Bergbauernvolkes war und ist heute noch eine ganz bemerkenswerte. Auf einen Todesfall folgen in der Regel zwei Geburten, so daß die Auswanderung zur ge2wungenen Selbstverständlichkeit wird. Die Anhänglichkeit an die Heimatgemeinde bleibt aber über Generationen hinweg bestehen. Das bewies die Jubiläumsfeier aufs neue. Aus vielen Gemeinden, Kantonen und Nachbarländern, selbst aus Amerika strömten auswärtige Sigris-wiler herbei.Die Eröffnung der Feier geschah in der Kirche durch einen Gottesdienst, wo der bernische Regierungspräsident und spätere Bundesrat Feldmann das Wort ergriff. Anschließend erfolgte der Rundgang durch eine Heimatausstellung historischen, volkskundlichen, wirtschaftlichen und künstlerischen Charakters. Den Höhepunkt des Festes bildete die Aufführung des Festspiels 60a Jahre Sigriswii-. Auf der Pfrundmatte hinter der Kirche erhob sich eine dreistufige Bühne, den stufenmäßigen Aufbau des Gemeindegeländes versinnbildlichend, auf welcher in fünf Bildern die Geschichte der Gemeinde zur Darstellung gelangte. Das erste Bild, betitelt Freiheitsbrief, schilderte die Entgegennahme des im Jahre 1347 von Graf Eberhard von Kiburg ausgefertigten Kaufbriefes durch die Vorgesetzten des Freigerichts Sigriswii. Auf dieser heute noch gut erhaltenen Pergamentrolle steht die Abtretung des genau umschriebenen Gemeindeareals zuhanden des Freigerichts. Neben dem Siegel des Grafen hingen diejenigen der Schultheißen von Bern (Johannes von Bubenberg) und von Thun.Der sinnreiche Spruch auf dem Gemeindegewölbe (Archiv) aus der Feder der einstigen Pfarrfrau und Dichterin von Sigriswii, Elisabeth von Steiger-Wach, nimmt Bezug auf diese Urkunde:Der Slgriswiler alte Freiheitsbriefe ich bewach'. Die Freiheit selber zu erhalten, das ist eure Sach'.Das zweite Bild, Beatus, illustrierte die Verrohung der Sitten infolge des wilden Kriegstreibens und Söldnerwesens im 15. Jahrhundert. Die Dezimierung der Bevölkerung durch die Pest wurde als Zuchtrute Gottes angesehen. Obrigkeitlich angeordnete Bußgänge zu