Bővebb ismertető
DIE SLOWAKEI ist ein Land alter Kultur, deren Anfänge bis auf das Werk Cyrills
und Methods zurückreichen. Die beiden Slawenapostel aus dem gelehrten Osten bezogen das
Land vor über einem Jahrtausend in den Kreis der europäischen Zivilisation ein. Auch der
anspruchsvollste Liebhaber von Schätzen und Denkmälern bewußten künstlerischen Schaffens
findet hier in Städten, Städchen und Dörfern kostbare Kleinodien, die das slawische Element
vom frühen Mittelalter an im Stil der byzantinischen, romanischen und gotischen Kunst schuf,
sowie aus Holz geschnitzte, reizvolle Kultgegenstände und Dinge für den alltäglichen Gebrauch.
Die Renaissance und in geringerem Maße auch das Barock formten hier den Charakter der
Bauten und führten ihn über das Empire zu modernen Richtungen.
Auf steilen Felsen ragen stolze Burgruinen empor, die sich in ihrer Glanzzeit mit hartem
Griffel in die Geschichte des slowakischen Volkes eingegraben haben. Und über das ganze Land
verstreute Schlösser des fremden oder entfremdeten Adels erhielten eine neue Aufgabe: sie dienen
heute den Bedürfnissen des Volkes, um ihm so ihre große Schuld für die in Zeiten der Knecht-
schaft zugefügte Unbill abzustatten.
Das Buch, das ich dem geneigten Leser vorlege, will ein bescheidener Lobgesang und eine
stumme Verherrlichung jener Slowakei sein, die mir besonders ans Herz gewachsen und un-
endlich teuer ist. Es berichtet über meine Slowakei, so wie ich sie sehe und liebe. Das darstellende
und lyrische Moment hat in meinem Buch das Übergewicht, denn es wird von meiner persön-
lichen und gefühlsmäßigen Beziehung zum gegebenen Thema bestimmt. Es schöpft vor allem
aus der seltenen Vielgestaltigkeit der slowakischen Landschaft, die Pracht der Natur wird jedoch
nicht über die Schönheit ihrer altertümlichen Städte gestellt, das neue Gesicht des Landes nicht
über die Schätze der Volkskunst, doch auch nicht umgekehrt. Das Buch will nur harmonisch
alle Komponenten und Zusammenhänge ausbalancieren, aus denen sich das globale Bild „Slo-
wakei" zusammensetzt. Ich will dabei keineswegs die alte Slowakei bevorzugen, wenn sie auch
einen wesentlichen Teil des Werkes ausmacht. Gerade diese alte Slowakei kann heute noch nicht
genug tief verstanden werden, genug empfindsam beschrieben, abgebildet, in der Poesie und
Musik verherrlicht werden. Erst die Zukunft wird sie nach einem entsprechenden Zeitabstand
objektiver werten und Zeugnis ablegen darüber, welche Juwelen von unschätzbarem Wert sie
in ihren Altertümern und in der Kunst ihres Volkes besitzt, oder bis vor kurzem noch besaß.
Mit Recht kann gesagt werden, daß manche Gebiete in der Slowakei geradezu ein Paradies
der gotischen Kunst sind. Es handelt sich nicht nur um die berühmten Städte Levoca, Bardejov,
Kosice oder Presov. Hiezu gehören auch viele kleine Kirchlein in den slowakischen Dörfern,
die wahre Schatzkammern seltener Kunstwerke darstellen. Es kann kein Buch über die Slowakei
geben ohne Betonung dieser altertümlichen, hohen oder volkstümlichen Kulturen, denn sie
verleihen der slowakischen Landschaft ihren besonderen Reiz. Diese Werte zu übersehen wäre
gleichbedeutend mit einer Mißachtung der Gipfelpunkte unserer nationalen Kultur. Es gehört
eben zur Einzigartigkeit der Slowakei, daß sich hier Hochkulturen Jahrhunderte hindurch
mit volkstümlicher Kunst vermischten und durchdrangen, daß diese aus jenen erwuchsen, sich
gegenseitig inspirierten, ergänzten, einander befruchteten und in idealer Symbiose zusammen-
lebten. Blickt nur aufmerksam in die Gesichter der Mädchen aus den Dörfern unter der Tatra —
wie auffallend sie den Madonnen, Heiligen und Engeln in den gotischen Kirchen und Kapellen
der Zips, der Liptover und Sariser Gegend ähneln: als ob sie von den Konsolen und Flügelaltären
des Meisters Paul aus Levoca zu uns herabgestiegen wären, erhaben in ihrer reinen Einfalt,
bewunderungswürdig in ihrer gesunden Volkstümlichkeit. Solcher Verbundenheit, wo alles mit
allem zusammenhängt, solchen innigen Beziehungen, die von Jahrhunderten befestigt wurden,
können wir in diesem Lande auf Schritt und Tritt begegnen.
Ein bäuerliches Volk lebt hier, Träger uralter Traditionen, mit seinen genialen schöpfe-
rischen Äußerungen, seiner bodenständigen und wohlausgewogenen Architektur, seinem durch-
geistigten Antlitz. Jedes Gesicht ein Typus, jedes eigenwillig, würdevoll und selbstbewußt. Es sind
schöne Menschen, von einem gesunden Leben geformt. Ihre Trachten sind schöpferische