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Slovensko vo fotografii Karola Plicku [antikvár]

Slovensko vo fotografii Karola Plicku [antikvár]

 
DIE SLOWAKEI ist ein Land alter Kultur, deren Anfänge bis auf das Werk Cyrills und Methods zurückreichen. Die beiden Slawenapostel aus dem gelehrten Osten bezogen das Land vor über einem Jahrtausend in den Kreis der europäischen Zivilisation ein. Auch der anspruchsvollste Liebhaber von Schätzen und Denkmälern bewußten künstlerischen Schaffens findet hier in Städten, Städchen und Dörfern kostbare Kleinodien, die das slawische Element vom frühen Mittelalter an im Stil der byzantinischen, romanischen und gotischen Kunst...
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DIE SLOWAKEI ist ein Land alter Kultur, deren Anfänge bis auf das Werk Cyrills und Methods zurückreichen. Die beiden Slawenapostel aus dem gelehrten Osten bezogen das Land vor über einem Jahrtausend in den Kreis der europäischen Zivilisation ein. Auch der anspruchsvollste Liebhaber von Schätzen und Denkmälern bewußten künstlerischen Schaffens findet hier in Städten, Städchen und Dörfern kostbare Kleinodien, die das slawische Element vom frühen Mittelalter an im Stil der byzantinischen, romanischen und gotischen Kunst schuf, sowie aus Holz geschnitzte, reizvolle Kultgegenstände und Dinge für den alltäglichen Gebrauch. Die Renaissance und in geringerem Maße auch das Barock formten hier den Charakter der Bauten und führten ihn über das Empire zu modernen Richtungen. Auf steilen Felsen ragen stolze Burgruinen empor, die sich in ihrer Glanzzeit mit hartem Griffel in die Geschichte des slowakischen Volkes eingegraben haben. Und über das ganze Land verstreute Schlösser des fremden oder entfremdeten Adels erhielten eine neue Aufgabe: sie dienen heute den Bedürfnissen des Volkes, um ihm so ihre große Schuld für die in Zeiten der Knecht- schaft zugefügte Unbill abzustatten. Das Buch, das ich dem geneigten Leser vorlege, will ein bescheidener Lobgesang und eine stumme Verherrlichung jener Slowakei sein, die mir besonders ans Herz gewachsen und un- endlich teuer ist. Es berichtet über meine Slowakei, so wie ich sie sehe und liebe. Das darstellende und lyrische Moment hat in meinem Buch das Übergewicht, denn es wird von meiner persön- lichen und gefühlsmäßigen Beziehung zum gegebenen Thema bestimmt. Es schöpft vor allem aus der seltenen Vielgestaltigkeit der slowakischen Landschaft, die Pracht der Natur wird jedoch nicht über die Schönheit ihrer altertümlichen Städte gestellt, das neue Gesicht des Landes nicht über die Schätze der Volkskunst, doch auch nicht umgekehrt. Das Buch will nur harmonisch alle Komponenten und Zusammenhänge ausbalancieren, aus denen sich das globale Bild „Slo- wakei" zusammensetzt. Ich will dabei keineswegs die alte Slowakei bevorzugen, wenn sie auch einen wesentlichen Teil des Werkes ausmacht. Gerade diese alte Slowakei kann heute noch nicht genug tief verstanden werden, genug empfindsam beschrieben, abgebildet, in der Poesie und Musik verherrlicht werden. Erst die Zukunft wird sie nach einem entsprechenden Zeitabstand objektiver werten und Zeugnis ablegen darüber, welche Juwelen von unschätzbarem Wert sie in ihren Altertümern und in der Kunst ihres Volkes besitzt, oder bis vor kurzem noch besaß. Mit Recht kann gesagt werden, daß manche Gebiete in der Slowakei geradezu ein Paradies der gotischen Kunst sind. Es handelt sich nicht nur um die berühmten Städte Levoca, Bardejov, Kosice oder Presov. Hiezu gehören auch viele kleine Kirchlein in den slowakischen Dörfern, die wahre Schatzkammern seltener Kunstwerke darstellen. Es kann kein Buch über die Slowakei geben ohne Betonung dieser altertümlichen, hohen oder volkstümlichen Kulturen, denn sie verleihen der slowakischen Landschaft ihren besonderen Reiz. Diese Werte zu übersehen wäre gleichbedeutend mit einer Mißachtung der Gipfelpunkte unserer nationalen Kultur. Es gehört eben zur Einzigartigkeit der Slowakei, daß sich hier Hochkulturen Jahrhunderte hindurch mit volkstümlicher Kunst vermischten und durchdrangen, daß diese aus jenen erwuchsen, sich gegenseitig inspirierten, ergänzten, einander befruchteten und in idealer Symbiose zusammen- lebten. Blickt nur aufmerksam in die Gesichter der Mädchen aus den Dörfern unter der Tatra — wie auffallend sie den Madonnen, Heiligen und Engeln in den gotischen Kirchen und Kapellen der Zips, der Liptover und Sariser Gegend ähneln: als ob sie von den Konsolen und Flügelaltären des Meisters Paul aus Levoca zu uns herabgestiegen wären, erhaben in ihrer reinen Einfalt, bewunderungswürdig in ihrer gesunden Volkstümlichkeit. Solcher Verbundenheit, wo alles mit allem zusammenhängt, solchen innigen Beziehungen, die von Jahrhunderten befestigt wurden, können wir in diesem Lande auf Schritt und Tritt begegnen. Ein bäuerliches Volk lebt hier, Träger uralter Traditionen, mit seinen genialen schöpfe- rischen Äußerungen, seiner bodenständigen und wohlausgewogenen Architektur, seinem durch- geistigten Antlitz. Jedes Gesicht ein Typus, jedes eigenwillig, würdevoll und selbstbewußt. Es sind schöne Menschen, von einem gesunden Leben geformt. Ihre Trachten sind schöpferische

Termékadatok

Cím: Slovensko vo fotografii Karola Plicku [antikvár]
Kiadó: Osveta
Kötés: Vászon
Méret: 260 mm x 350 mm
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