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Deutsches Land im welschen StaatSüdtirol ist seit mehr als tausend Jahren deutsches Kultur- und Siedlungsland. Neben der deutschen Bevölkerung leben in dem Gebiet zwischen Brenner und Sa-lurner Klause auch noch Italiener und Ladiner. Die Deutschen, überwiegend bajuwarischer Herkunft, stellen die Mehrheit der Südtiroler Bevölkerung. Die Italiener wurden zum größten Teil nach dem Ersten Weltkrieg hier angesiedelt, die Ladiner wieder sind schon erheblich länger im Land als die Deutschen. Sie und die mit ihnen verwandten rätoromanischen Splittergruppen im Vinschgau stammen noch aus vorrömischer Zeit.In Zahlen ausgedrückt, sieht die Bevölkerungsstruktur Südtirols heute etwa folgendermaßen aus: Rund zweihundert-dreißigtausend deutschen Südtirolern stehen ca. hundertdreißigtausend italienische gegenüber. Die ladinische Bevölkerung der Dolomitentäler umfaßt etwa fünfzehntausend Menschen. Die rätoromanischen Volksgruppen im oberen Vinschgau machen weniger als ein Prozent der Gesamtbevölkerung aus.Hier sei nun zum besseren Verständnis der auch heute noch überaus diffizilen politischen Situation im Urlaubsland Südtirol eine kurze geschichtliche Bestandsaufnahme erlaubt. Südtirol, heute identisch mit der Provinz Bozen (Bolza-no), war bis Ende des Ersten Weltkrieges ein Teil der gefürsteten Grafschaft Tirol und gehörte mithin zur österreichisch-ungarischen Monarchie. Das Land im Gebirge, wie Tirol seit altersher genannt wird, umfaßte vor dem Ersten Weltkrieg ein Gebiet von rund sieben-undzwanzigtausend Quadratkilometern mit etwas mehr als neunhunderttausend Einwohnern. Davon entfielen auf Nordtirol (heute Österreich) zehntausendvierhundert Quadratkilometer, auf Deutsch-Südtirol neuntausendneunhundert und auf Italienisch-Tirol (heute beide als Region Trentino-Südtirol bei Italien) etwa sechstausendvierhundert Quadratkilometer. In Deutsch-Südtirol lebten 1910 rund zweihundertzwanzigtausend Deutsche, fünfzehntausend Ladiner und etwa siebentausend Italiener. Im italienischen Südtirol (der heutigen Provinz Trentino) war die ethnische Zusammensetzung fast umgekehrt: hier lebten dreihundertsech-zigtausend Italiener, viertausend Ladiner und zehntausend Deutsche. Der Anteil der Italiener betrug rund ein Viertel der Bevölkerung Gesamttirols. Die italienischen Tiroler, die sich nach ihrer Hauptstadt Trient (Trento) als Trentiner bezeichnen, wurden auch Welschtiroler genannt. Die Bezeichnung welsch war damals für das Wort romanisch allgemein üblich.