Bővebb ismertető
NordwestenMit dem Zug fiacher Inseln, mit SchKck, wandernden Sánden und schwimmenden Poldern hebt sich Zentimeter um Zentimeter das Land aus dem Meer. Topfeben der Strand, ein bedrohter Landstrich, selbst heute nur müh-sam vom Deich geschützt, Wind und Wetter preisgegeben. Mit scharfem Schnitt setzen sich Marsch und Geest von-einander ab. Dort saftiges Grün, hier Wacholder, Distel und Heide, dort Rinder, Schweine und Pferde, hier Bie-nen und Heidschnucken. Die Herkunft: Schwemmböden die Marsch, zusammengewehter Sand die Geest. An der Küste von der Flut geháufelt, landeinwárts Moránen, die Eiszeiten zusammenschoben. Uber diesem Aachen Land ein niedriger Himmel, meist grau und regenverhangen. Plötzlich aber, im günstigen Augenblick, der Durchbruch zur lichten Blaue. Die vielen Wasser spielen und spiegeln, Wolken segeln, fröhlich gebláht, von Horizont zu Horizont. Breitgelagerte Bauernhauser, backsteinrot oder weiB-geschlammt, atmen unter den Polstern ihrer Strohdácher Behagen und Lebenssicherheit, und auf den vielen Inseln und Landzungen der Seen und Teiche verbergen sich Herrensitze: einmal bizarr, ganz Mittelalter; ein andermal in der ausladenden Allüre des Barocks, dann wieder ver-steckt, in schattigen Gárten, Beispiele der kühl-beschei-denen Noblesse des nördlichen Klassizismus. Von Urstromtálern gegliedert, in denen sich tráge-machtig Elbe und Rhein, Weser und Ems ihren Weg zurKüste suchen, schiebt sich die Ebene in zwei Buchten -der kölnischen und westfalischen - dem mitteldeutschen Bergland entgegen. An den Bruchstellen urzeitlicher Stau-chungen und Zertrümmerungen lagern die Bodenschátze. An Ruhr und Rhein wird seit dem frühen Mittelalter Kohlé abgebaut und Eisen verhüttet; mit dem Silber-vorrat des Harzes finanzierten die sáchsischen Kaiser ihre Politik, durch starke Solequellen wurde Lüneburg reich. Nach wie vor sind die Braunkohlenlager in der Ville, Eisenerze und Steinkohle zwischen Lippe und Ruhr, Kaü-salze und Kupferschiefer am Harz für die westdeutsche Wirtschaft wichtig.Der bunte Flickerl-Teppich dynastischer Vergangenheit schwand im vorigen Jahrhundert unter dem SchwarzweiB der preuBischen Fahne. Nach 194; aber war sich die Welt einig, daB nun wiederum PreuBen zu verschwinden habe, und man schickte sich an, neue Grenzen in die alte Land-karte einzuzeichnen. Drei Bundeslánder und zwei Stadt-staaten (letzte Reprásentanten des einst so weitwirkenden Stádtebundes der Hanse) entstanden:Schleswig-Holstein, die schmale Landbrücke zwischen Ost-und Nordsee, knapp drei Millionen Einwohner (Friesen, Niedersachsen, überwiegend protestantisch). Universitats-und Hauptstadt ist Kiél, obwohl Lübeck, die alte Hanse-stadt, reicher an Tradition ware. Fisclifang, Viehzucht, Ackerbau (Baumschulen, Rosenzucht) sind wichtig, eben-so der Badebetrieb an beiden Küsten. - Die Dichter Heb-bel, Heinrich und Thomas Mann, die Maler Barlach und Nolde, der Historiker Mommsen, der Kernphysiker Max Planck kommen aus diesem nördlichen Land. Freie und HansestadtHamburg (seit sechshundert Jahren!), zwei Millionen Einwohner (meist protestantische Niedersachsen), hundertdreiBig Kilometer landeinwarts an Elbe und Alster gelegen, der gröBte Seehafen Deutschlands. 1 j; 8 die erste deutsche Börse, 166; die erste deutsche Handels-kammer, 1678 das erste deutsche Opernhaus. Heute Univer-sitát, Museen, Oper, Theater und den überdimensionalen