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IN MÜNCHEN Idee und Gestalt Die St. Michaelskirche und das anschlieöende Kolleg der Gesellschaít Jesu in München bildeten ein entscheidendes geistiges Zentrum der kaiholischen Erneuerungsbewegung des 16. Jahrh. in Deutschland. Der Urheber der Anlage, Herzog Wilhelm V. der Fromme, kampfte im Kölner Krieg (1583/84) für die Rechte der Kirche und die Vermehrung der bayerischen Hausmacht. Er bemühte sich jedoch ebenso - vor allém durch Erricbtung von Schulen - um die kulturelle und besonders religiöse Formung seines Herzogtums. Selbst der Schwedenkönig Gustav Adolf bewunderte noch seine Haltung. In der St. Michaelskirche, die H. Jantzen einen ,,Schöpftingsbau" der Kunstpeschichte genannt hat, erhielten die Ideen des Herzogs und seiner Zeit ihre monumentale Gestalt. Die Kirche besitzt nicht nur ihren besonderen Stil, sondern auch ein eigenes Programra. Beides - Stil und Programme, Idee und Gestalt - leiten das Zeitalter des Barock in Süddeutschland ein. Die Fassade kann als ein Bild der aufieren - weltlichen - Kampfe und als eigenes politisches Programm aufgefaBt werden. Der Raum und seine Ausstattung mahnen zur inneren - geistlichen - Besinnung - (vgl. Troph. Bav.). Beide Bereiche (aufien und innen) krönt die Gestalt Christi auf dem Erdball als Erlöser und Erhalter der Welt. In beiden, Bezirken steht auch St. Michael im Mittelpunkt: An der Fassade als Plastik in Erz gegossen, am Hochaltar als farbiges Bild. Die Standbilder der Fassade führen uns in drei Abschnitten aus altersgraiter Vorzeit durch die Geschichte bis in die Gegenwart des 16. Jahrhunderts. Eine oberste Figurenreihe zeigt die Bayernherzöge, die dem Christentum Einlafí ins Land ermöglichten: ,,Zuoberst möchten stehen die drei romanischen Statuen, so weder königliche noch andere Ornamente habén und intitulirt werden für die drei Bairische Landesfürsten, aus dem altén königlichen Geblüt, welche erstmals christlichen Glauben angenommen habén, deren Namen 1. Ottó, 2. Theo und 3. Theodovalda" (Wilhelm V.). Die nachste Reihe zeigt für Bayern und das Reich bedeutende Regenten und Kaiser. Die Ietzte Reihe führt in die jüngere Vergangenheit bis zu Wilhelm V., der mit seinem Vater