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Marianne Zeiger-VogtHundert Jahre Musiktheater in ZürichVor hundert Jahren, am 30. September 1891, hat Zürich sein erstes und bisher einziges grosses, repräsentatives Theatergebäude bekommen. Errichtet als Mehrspartenhaus für Musik- und Sprechtheater, hat es sich schon bald faktisch und 1964 schliesslich auch nominell zum Opernhaus entwickelt. Diese Entwicklung hatte ihre spezifischen lokalen Komponenten, bedingt durch das zu allen Zeiten labile Verhältnis zum politischen Gemeinwesen als Geldgeber wie zum Publikum als ideellem Träger des Theaters, geprägt durch die Reihe der Direktoren mit ihren mehr oder weniger ambitionierten Spielplänen, getragen aber vor allem durch die ausführenden Künstler: Dirigenten, Regisseure und Bühnenbildner, Orchestermusiker, Chorsänger, Tänzer und Sänger kleiner und grosser Rollen. Sie alle haben die Geschichte und die Gegenwart des Hauses gestaltet, seinen Rang und seine Eigenart bestimmt.Das vorliegende Buch zum Jubiläum versucht einen Querschnitt durch das vielgliedrige, komplexe Gebilde Opernbaus zu ziehen. Im Vordergrund stehen dabei die letzten vier Jahrzehnte. Für zahlreiche Theaterbesucher ist dieser Zeitabschnitt lebendige Erinnerung, für andere, jüngere mag er als Vergangenheit lebendig werden. Der bereitwilligen Mitwirkung zahlreicher direkt Beteiligter ist es zu verdanken, dass die neuere Geschichte des Stadttheaters bzw. Opernhauses in diesem Band zu wesentlichen Teilen aus erster Hand nachgezeichnet werden kann.