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AN DER ALTEN PFERDEEISENBAHN
Eine Einstimmung
Den Linzer Südbahnhof kennt heute noch jedes Kind. Es gibt dort die prallsten Paradeiser der ganzen Stadt, den knackigsten Salat, die schönsten Karpfen und frisches Lammfleisch aus dem Almtal. Am Wochenende kommen die Bauern aus dem Mühlviertel und verkaufen Geselchtes, Bratwürste, Bauernspeck, Haferschnaps und Most. Auch eine kleine Konditorei gibt es am Linzer Südbahnhof. Dort findet man am Vormittag die jungen Herren und Damen vom Gymnasium, die dort (natürlich unerlaubterweise) so manche „Freistunde" verbringen.
Ja, der Südbahnhof ist Linz ein Begriff. Man assoziiert ihn mit diesem und jenem. Nur, daß er einmal ein Bahnhof war, das fällt keinem mehr auf. „Ein Bahnhof?" hört man so manchen Einheimischen mit ungläubigem Staunen fragen. „Ist eigentlich wahr, der Markt heißt ja Südbahnhof." Auf ähnliche Auskünfte wird jener fragende Fremdling stoßen, der wissen möchte, warum es in der Altstadt in unmittelbarer Nähe des Museums eine „Eisenbahnergasse" gibt. Daß es sich dabei um eine stadtbekannte Adresse handelt, verdankt das Gäßchen allerdings einem eher halbseidenen Etablissement, das es beherbergt — und keineswegs dem Umstand, daß irgendjemand es mit einer Bahnlinie in Zusammenhang bringen würde. Da scheint — soviel steht fest — ein Herzmanovsky-Orlando'scher Tatbestand zu orten zu sein: nämlich das spurlose Verschwinden einer Eisenbahnlinie im Nichts. (Um der Wahrheit die Ehre