Bővebb ismertető
^^ 0 R W 0 R TDer letzte Abschnitt der ungleichmäßigen erdgesciiichtlichen Perioden des fast vier Milliarden Jahre währenden Entwicklungslaufes der Erde ist das unserer Zeit unmittelbar vorangehende Quartär oder Pleistozän, das durch seine geologisclien Erscheinungen mit unserer aufs engste verbunden ist. Der kennzeichnendste Zug des Quartärs, der diesen Zeitabsclmitt zugleicii von den vorangehenden erdgesciiichtlichen Epochen trennt, ist das Erscheinen des Menschen, der durch bewußte Tätigkeit verschiedene Grade in der Werkzeugherstellung zustande braciite. Das Ersclieinen des Menschen verleiht der Erdgeschichte einen neuen Charakter und wirkt sich zugleich als ein neuer biogener Faktor in der Gestaltung der Erdoberfläche aus, der, ähnlich den übrigen geologisch wirkenden Faktoren der Gegenwart, als ein Komplex von verwüstender und aufbauender Tätigkeit erscheint. Das Zeitalter des Menschen wurde einer leicht verständlichen anthropozentrischen Überschätzung zufolge von der erdgesciiiclitlichen Forschung abgesondert und zum Tlienia selbständiger Disziplinen: der Paläoarchäologie und der Paläoanthropologie. Diese beiden Disziplinen der Wissenschaft beschränkten sicii oline engen Zusammenhang lange Zeit auf die Beschreibung verliältnismäßig seltener, geograpliiscli abgesonderter Funde und wandten sich erst in jüngster Zeit den breiter angelegten vergleichenden Untersuchungen zu. Die Paläoarchäologie gelangte durch morphologische Untersuchungen der Steinwerkzeuge, aus der Art und Weise und dem Ausmaß der Bearbeitung schließend, zur Definition gewisser Kulturgrade. Aus der regionalen Verbreitung der einzelnen Grade und ihrer Parallelisierung ergab sich eine chronologische Serie, die aber in bezug auf die geograpiiisch selbständigen Gruppen keine unbedingte Gleichzeitigkeit, lediglich einen homochronen Kulturgrad bedeutet. Nocii ungewisser sind die auf einseitige Untersuchungen aufgebauten paläogeographischen und paläokiimatischen Schlußfolgerungen, wie auch die Feststellungen über das Leben und die Lebensbedingungen des von den Naturverhältnissen abhängigen primitiven Mensclien.Im Gegensatz zu dieser einseitigen Untersuoiiungsmetliode der paläoarchäologisciien Funde, die keine Rücksiclit auf die Scliichten, die Einbettungsverliältnisse und die Umgebung, nimmt, ist die Anwendung der geologischen Materialuntersuchungsmetliode ein bedeutender Fortsciiritt. L. Vértes iiat diese Methode in die ungarische Forschung eingeführt. Diese vielseitige geologische Untersuchungsmethode wird bei der Neuerschließung und detaiUierten Überprüfung des Tataer Urmenschenfundortes in mustergültiger Weise angewandt.Der Urmensclienfundort Tata bildet seit seiner damals durchaus zeitgemäßen ersten Beschreibung vor einem halben Jahrhundert durch seine spezielle geologische Lage einen äußerst wertvollen Bestandteil unserer Kenntnisse vom Urmenschen in Mitteleuropa. Der Kálvária-Berg in Tata, der eine einzigartige mezozoisclie Formation des Ungarischen Mittelgebirges darstellt und dessen jüngste geologisciie Ausbildung der Süßwasserkalktuff ist, ist heute mit seinen Kunstdenkmälern und dem paläohtliischen Fundort ein Naturschutzgebiet. Aus der modernen, eingehenden Untersuchung der geologischen Verhältnisse dieses Gebietes ergaben sich die Erforschung der