Bővebb ismertető
Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, sagte Tucholsky, ist die Welt - sieh sie dir an! Noch nie war es so leicht wie heute, die unbekannte Ferne reisend zu erleben. Noch nie waren die Ziele so verlockend, die Möglichkeiten so unbegrenzt, die Angebote so vielfältig. Jeder zweite Bewohner der Bundesrepublik Deutschland unternimmt jährlich eine Urlaubsreise von mindestens einer Woche Dauer. Etwa 50 Prozent dieses Personenkreises bevorzugen Ferienziele jenseits der Grenzen. In Zahlen ausgedrückt: 15 Millionen Bundesbürger reisen alljährlich an südliche Strände und nördliche Fjorde, zu fernöstlichen Tempeln und in afrikanische Wildschutzgebiete, durch Sibiriens Weiten und New Yorks Straßenschluchten.Daß die Reiseziele von Jahr zu Jahr exotischer, exklusiver und entfernter werden, halten wir längst für selbstverständlich. Dabei sind die schnellen Verkehrsmittel, ohne die es keine Ferntouristik gäbe, eine verhältnismäßig junge Erfindung. Bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts war das Reisen anstrengend, teuer und gefährlich. Die gemütliche Postkutsche schaffte am Tag höchstens 45 Kilometer. Für den Kilometerpreis von (umgerechnet) 60 Pfennige könnte man heute einen Wagen der gehobenen Mittelklasse fahren. Der gleiche Betrag würde auf den Jet-Fernstrecken für mindestens drei Kilometer (je nach Tarif) ausreichen. Die Demokratisierung des Reiseverkehrs begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts, nachdem sich dieEisenbahn durchgesetzt hatte. Wer sich vor Augen hält, daß die Welt-Streckenlänge der Bahnen iimer-halb von nur fünfzig Jahren, von 1840 bis 1890, von 7700 auf 615000 Kilometer zunahm, wird manche Höchstleistung des Verkehrswesens von heute etwas bescheidener einschätzen.Die Eisenbahn machte das Reisen bedeutend bequemer, aber noch lange nicht bequem genug. Denn der Transport allein tat es nicht. Vor allem bei Auslandsreisen ergaben sich ungezählte organisatorische Probleme: Unterkunft, Besichtigungen, Sprache, Fahrgelegenheit an Ort und Stelle, Trinkgelder, Kleidung - wer nicht Bescheid wußte, fand sich nur mit Mühe zurecht. Er koimte die Lust am Reisen schnell verlieren.