Vorwort
Der Begriff der >TraumstraBe< hat sich -wenn wir recht sehen - an der >Pan-americana<, jener die ganze Länge des amerilOstmarkstraße<. Dazu kommen die vielen Reiserouten, die erfinderische Fremdenverkehrsstrategen und Interessenvereine mehr oder weniger geschickt ausgeklügelt haben; Die »Deutsche Ferienstraßes die fast zur Hälfte durch Bayern führt, die »Burgen-straße< oder die »Straße der Residenzen«. An landschaftlichen Dominanten orientieren sich die »Frankenwald<- und »Fich-telgebirgsstraße«, die »Steigerwald-Höhenstraße« und »Hochröhnstraße«, die »Jochstraße« bei Hindelang oder die »Roßfeld-Ring-« und »Kehlsteinstraße« im Berchtesgadner Land. Landestypische Produkte standen bei der »Deutschen Hopfenstraße«, der »Porzellan-« und »Glasstraße« sowie bei der »Bocksbeutelstraße« Pate; mythologische und geschichtliche Reminiszenzen versuchen die »Siegfried-« und die »Diplomatenstraße« zu wecken . . . Doch genug der Aufzählung! Es konnte nicht die Absicht dieses Buches sein, gleichsam alten Wein in neue Schläuche zu füllen und diese gängigen Touristenstraßen unter einem modischen Titel auf ein neues zu beschreiben und im Bilde zu verfolgen. Freilich braucht das nicht zu heißen, daß wir sie gänzlich meiden müßten oder könnten: So wenig
wir auf die Sehenswürdigkeiten der schönsten Städte, die an ihnen liegen, verzichten können, ebenso wenig können wir manchmal über gewisse Strek-ken hin ihrer Route ausweichen, sofern sich keine bessere Alternative anbietet. Die Konzeption dieses Buches verfolgt auch nicht - und hier ging der Verfasser bereitwillig auf die Intentionen des Verlages ein - das Ziel, nur die allerschön-sten und verwöhntesten Ansprüchen genügenden Strecken auszuwählen. Das Ergebnis wären vergleichsweise kurze Straßenabschnitte gewesen, die oft genug einseitig bestimmt und isoliert inmitten der großen bayerischen Landkarte gestanden wären, ohne tieferen Bezug zum Ganzen und ohne vernünftige Verbindung untereinander; ein geographisches Raritätenkabinett sozusagen.
Es erschien vielmehr erstrebenswert, ein Routennetz zu entwickeln und so sinnvoll zu gliedern, daß nicht nur die einzelnen Teilstrecken als in sich geschlossene Touren angesehen werden können, sondern daß alle Touren zusammen eine vollständige Reise durch ganz Bayern ermöglichen. Eine Reise also, die alle wesentlichen Landschaften und Naturbilder von der dramatischen Gipfelwelt der Alpen bis zur unendlichen Weite des weizenstrotzenden Gäubodens, die schönsten Städte und berühmtesten Sehenswürdigkeiten vom kaiseriichen Bamberg bis zum Wunder in der Wies vereinigt
So entstand das Routensystem von zwei Rundreisen am Rande und im Herzen Bayerns, das ergänzt wird von vier Traversen, drei von Westen nach Osten und einer von Norden nach Süden. Jede Route ist wieder in Teilstrecken unterteilt, die je nach Lust und Laune -selbstverständlich genauso gut in der Gegenrichtung - zu verfolgen sind, wie auch Beginn und Abschluß der Rundfahrten, unabhängig von der hier vorge-
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