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SAGE VON ILIONWo der Hellespont die Wellen brausend durch der Dardanellen hohe Felsenpforte rollt,kreuzten einander von jeher zwei der wichtigsten Straßen der Alten Welt. Die eine, von Westen nach Osten, war der Wasserweg vom Mittelmeer zum Pontus, von den andalusischen zu den kaukasischen Gefilden. Der andere, vom Norden nach Süden, war der Landweg vom Balkan nach Anatolien, von Europa nach Asien.Der West-Ostweg fuhrt von der Ägäis durch die Dardanellen, das Marmarameer und den Bosporus nach den Küstenstädten des Schwarzen Meeres. Der Nord-Südweg leitet vom Balkan durch Thrakien, über den thrakischen Chersones und die Dardanellen nach jener Halbinsel Troas, die den äußersten nordwestlichen Zipfel von Kleinasien bildet und zur Landschaft Phrygien gehört.An diesem Kreuzweg, dem keine Wendung der Geschehnisse bis zum heutigen Tage seine weltpolitische Bedeutung nehmen konnte, entwickelte sich, wie an allen wichtigen Straßen, schon in vorgeschichtlicher Zeit eine Reibe Siedlungen. Sie wurden mit jener Vorsicht angelegt, welche die Rücksicht auf Gefahr und Geschäft notwendig machte. So wie das bei der griechischen Empore Athen, bei der italienischen Rom oder der dänischen Haithabu der Fall war.Man siedelte nicht zu ferne von den Verkehrswegen, um beim Handelsbetrieb und der Einhebung von Wegezöllen keinen Unbequemlichkeiten ausgesetzt zu sein, aber auch nicht zu nahe.