Bővebb ismertető
Historischer Rückblick
1. Typische transdanubische Hügellandschaft, die man, auf die ehemalige römische Provinz verweisend, auch „pannonische Landschaft" zu nennen pflegt
2. Goldener Hirsch (wahrscheinlich Schildverzierung). Skythische Arbeit. 4. Jh. v. Chr. Täpiöszentmärton. Ungarisches Nationalmuseum, Budapest
Urgeschichte, Landnahme
über die Urgeschichte der Ungarn sind kaum schriftliche Quellen erhalten geblieben. Auf die Frage, woher die Ende des 9. Jahrhunderts ins Karpatenbecken kommenden Ungarn stammen, antworten Sprachwissenschaft, Archäologie, Ethnographie und Anthropologie. Die meisten und 2uver-lässigsten Angaben liefert die vergleichende Sprachwissenschaft, nach deren Feststellungen die Ungarn aufgrund des Wortschatzes und der Struktur der ungarischen Sprache in die finnisch-ugrische Gruppe der uralischen Sprachfamilie gehören. Wir wissen nicht, ob die Urheimat der Uralvölker in Europa oder in Asien lag. Die Heimat der Onoguren und der Magyaren war wahrscheinlich am Mittellauf der Wolga. Die Vorfahren der Ungarn, Fischer und Jäger, verließen Mitte des i. Jahrtausends n. Chr. jenes Gebiet, wo sie mit den anderen ugrischen Völkern zusammen lebten, und zogen nach Süden. Hier kamen sie mit bulgarisch-türkischen Völkern in Berührung, durch deren Einfluß sie zu einem berittenen Steppenvolk wurden, das bereits im Stämmebund lebte. Im Laufe ihrer Wanderungen wurden sie Untertanen der verschiedenen Nomadenreiche, die sich erstaunlich schnell in den Steppengebieten bildeten und mit der gleichen dramatischen Schnelligkeit wieder zerfielen. In der Mitte des 5. Jahrhunderts n. Chr. schlössen sich die Vorfahren der Ungarn dem onogurisch-bulgari-schen Stämmebund an und lebten mit diesem eine Zeitlang am Nordufer des Schwarzen Meeres unter der Oberhoheit des Chasa-
renreiches. Später wanderte ein Teil der Onoguren nach Süden und gründete am Unterlauf der Donau den bulgarischen Staat. Ein Teil der zurückgebliebenen Onoguren zog zur Wolga, während sich die übrigen zu einem Stämmebund zusammenschlössen. Zur Bezeichnung der sieben Stämme begannen sie später den Namen des stärksten Stammes, der Megyer, zu benutzen. Daher kommen die Ausdrücke „magyar" und „Magyarország". Die in den verschiedenen Sprachen üblichen Bezeichnungen Hungarus, hongrois, Hungárián, Ungar, Venger sind auf das Wort „onogur" zurückzuführen.
Über die Wanderungen der Ungarn wurden in verschiedenen Chroniken recht widersprüchliche Angaben aufgezeichnet. Fest steht, daß sie 889 vor dem Angriff der Pe-tschenegen nach Westen in das Gebiet zwischen Donau und Dnjepr zogen und um 896 auf der Flucht vor einem erneuten gewaltigen Angriff in das Karpatenbecken eindrangen, das sie schon von ihren früheren Streifzügen her kannten. Zur Zeit der Landnahme der Ungarn lebten hier hauptsächlich die Überreste slawischer Völker; das Großmährische Reich war nach dem Tode Swato-pluks im Zerfall begriffen. Das pannonisch-slawische Fürstentum im Westen verkörperte keine bedeutende militärische Macht. Die auf die Tiefebene und Siebenbürgen ausgedehnte Herrschaft der Bulgaren konnte sich nicht festigen. So unterwarfen die Ungarn das Gebiet des Landes mühelos. Der Militärführer der landnehmenden Ungarn war Árpád. Seine Nachfolger wurden Ungarns Könige.